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Mönchengladbach
Gladbacher Youtuber auf der Überholspur

KiiBeats aus Mönchengladbach begeistert bei Youtube
Kevin Kias ("KiiBeats") wird Anfang September bereits sein zweites Album veröffentlichen. FOTO: Christoph Kias / CK Fotografie
Mönchengladbach. Wie ein junger Mann es schafft, die Balance zwischen Schule, Freizeit und der großen Bühne zu halten, zeigt Kevin Kias. Der Youtuber, der unter dem Namen "KiiBeats" bekannt wurde, tritt am Wochenende vor 35 000 Menschen auf. Von Alexandra Dahmen

Mit lässigem Outfit und einer heißen Schokolade vor sich, beobachtet Berufsschüler und Sänger Kevin Kias (21) erstaunlich wach das Geschehen im Gladbacher Cannape. Auch wenn es das regnerische Wetter gestern Morgen nicht vermuten lässt: Es sind Sommerferien, und die meisten seiner Klassenkameraden liegen um 10 Uhr vermutlich noch in den Federn.

Anders war es bei Kevin lange Zeit auch nicht. "Klar, ich habe die Ferien genossen. Lange geschlafen und anschließend geschaut, was der Tag so bringt!", erzählt er. "Das war klasse, aber auch heute kommt das alles gar nicht zu kurz. Ich gehe natürlich immer noch gerne feiern und genieße Unternehmungen mit meinen Freunden. Viel Zeit widme ich aber definitiv auch meiner Musik."

Fotos: Youtuber und andere Stars im Selfie-Wahn FOTO: Endermann, Andreas

Seit der gebürtige Pole Ende 2011 seinen Youtube- Kanal unter dem Namen "KiiBeats" gegründet hat, bricht sein Erfolg nicht ab. Über vier Millionen Klicks darf sich der Gladbacher mittlerweile freuen. Sein erstes Album platzierte sich im letzten Jahr sogar auf Platz 67 der Charts. Für Kevin Kias aber kein Grund, Star-Allüren zu entwickeln. "Ich bin nicht anders als andere, und deswegen muss ich auch nicht so tun, als wäre das so. Ich bin zielstrebig und arbeite für Dinge, die mir Spaß bereiten. Aber das tun viele andere auch."

Neben dem Covern von bekannten Songs steht vor allem seine eigene Musik im Mittelpunkt. "Alle meine Lieder schreibe und produziere ich selbst." So sind es meist die persönlichen Erfahrungen, die er in Songs verarbeitet. Das allerdings fällt ihm zuweilen nicht immer ganz leicht. "In meinem Kopf ist das zwar alles drin, aber das Erlebte in Worte zu fassen, ist meist gar nicht so einfach."

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Am 1. September wird Kevin nach intensiver Arbeit bereits sein zweites Album veröffentlichen. Erhältlich wird "Sprache der Liebe" auf Amazon, iTunes und im Handel sein. "Die Liebe birgt viele verschiedene Facetten, und alle davon habe ich versucht zum Ausdruck zu bringen. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen", sagt er lächelnd - und auch zurecht ein bisschen stolz.

Nervös ist Kevin vor seinen Auftritten eigentlich nicht mehr. Für seine Videos stellt er sich auch schon mal mitten auf den Alten Markt oder in die Abflughalle eines Flughafens. Auch im Neusser Rheinpark-Center oder beim Potpourri-Festival 2014 hat er schon zeigen können, was in ihm steckt. Nur die "Video Days 2015" in der Kölner Lanxess-Arena am kommenden Wochenende sorgen dann doch für etwas Nervosität bei dem sympathischen Sänger. "Da werde ich erstmalig vor 35 000 Zuschauern auftreten. Das ist Wahnsinn und noch mal eine ganz andere Nummer als bisher." Für diesen Auftritt hat er sich dank zahlreicher Votings qualifiziert.

Dass die Leute ihn mögen, merkt er auch im Alltag immer wieder. "Ich werde regelmäßig angesprochen, zuletzt noch einige Male auf der Rheinkirmes. Das gehört dazu und bereitet mir große Freude. Ohne Fans ist kein Künstler der Welt erfolgreich."

Neben seiner Liebe zur Musik ist Kevin aber auch durchaus bodenständig. "Gerne würde ich nach meinem Fachabitur Wirtschaftsinformatik oder Medienwissenschaften studieren. Die Musik ist mein Hobby und hat einen ganz festen Bestandteil in meinem Leben, aber ich werde ja auch nicht jünger. Wer weiß, wie lange man damit Erfolg hat."

Neben all seinen vielen Fans glaubt vor allem seine Familie an ihn. "Nie bin ich belächelt oder nicht ernst genommen worden. Ich habe gesagt, dass ich Musik machen möchte, und alle haben mir bedingungslos den Rücken gestärkt," Zum letzten Weihnachtsfest gab's dann sogar ein eigenes kleines Tonstudio. "Meine Eltern glauben an mich. Das in Kombination mit meiner Musik macht mich unwahrscheinlich stolz."

Quelle: RP
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