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Mönchengladbach
Küchentheater - bald ist die Premiere

Mönchengladbach. Fünf Menschen kommen in einem unbekannten Raum zu sich. Sie kennen sich nicht und wissen nicht, warum sie dort sind. Das Stück "Der Sinn des Seins" hat am 21. April Premiere in der Kulturküche. Das Lampenfieber steigt. Von Inge Schnettler

Die Nerven liegen nicht blank. "Aber je näher die Premiere kommt, desto gespannter sind wir", sagt Dirk Windbergs. Seit September probt der Regisseur das Stück "Der Sinn des Seins" von Hinrich Heselmeyer mit fünf Schauspielern. Sophia Firgau, Laura Jacobs, Denise Meeger, Marco Klammer und Thomas Rose haben ihre Texte gelernt, sie beherrschen die Einsätze, sie sind in ihre Rollen hineingewachsen. Sie haben Lampenfieber, aber sie freuen sich, dass es endlich auf die Bühne der Kulturküche geht. Am 21. April ist die Premiere, einen Tag später wird das Stück noch einmal gegeben.

Ein fantastisches Erlebnis: Das ist es für alle Beteiligten. Woche für Woche haben sie sich getroffen, sind zusammengewachsen, vertrauen aufeinander und sich selbst. "Und sie hören einander zu", sagt Dirk Windbergs. "Das ist wichtig, nur so funktioniert das Stück." Und das hat es in sich. Fünf Menschen kommen in einem Raum zu sich, sie kennen sich nicht und wissen nicht, warum sie dort sind. Ein Seil teilt den Tisch und die Bühne in zwei Hälften. Eine unsichtbare Wand verhindert, dass diese Linie überschritten werden kann.

Erst nach und nach erschließt sich ihre Lage. Der Zuschauer wird viel denken, er wird sich in die Lage der Akteure versetzen, um zu ergründen, was da eigentlich passiert. Ohnehin ist durch die Platzierung der Stühle nah an der Bühne der enge Kontakt zwischen Schauspielern und Publikum gegeben. Die Menschen im Zuschauerbereich werden irgendwie sogar Teil der Handlung. Und wer weiß, was sonst noch passiert.

Die in der Suchthilfe tätige Intres gGmbH hat 2013 die Kulturküche an der Waldhausener Straße eröffnet. Das Ziel ist die Zusammenführung sozialer Arbeit, Kultur und junger Kreativwirtschaft in einem Projekt. Gesellschaftliches Miteinander soll gefördert werden und Entfaltungsmöglichkeiten für alle Beteiligten entstehen. Intres stellt mit dem offenen Café einen Raum als Treffpunkt. Das von einem Arbeitstherapeuten und einer Ökotrophologin betreute Projekt bietet für zehn bis zwölf Klienten eine Betätigung im Service und in der Küche. Im Café gibt es eine Bühne für Konzerte, Lesungen und für unterschiedlichste Veranstaltungen. Die neueste in diesem Reigen sind nun die Theateraufführungen.

Darüber freut sich die Netzwerkkoordinatorin der Intres gGmbH, Hanna von Dahlen. "Es war unsere Idee, eine Theatergruppe in der Altstadt zu etablieren - und das hat geklappt." Aus dem Topf für Projekte der freien Kulturszene hat die Stadt Geld für die Gründung des Theaters und die erste Spielzeit beigetragen. Erste Spielzeit? Dann folgt also bald die zweite? Wenn es nach Hannah von Dahlen und Dirk Windbergs geht - klare Sache, ja. "Eine Fortsetzung ist konkret geplant", sagen sie. Und wenn jemand Lust hat, dabeizusein, kann er sich in der Kulturküche melden.

Nur noch wenige Proben stehen an. Stress? "Also, Stress gab es allenfalls wegen der schwierigen Terminplanungen", sagt Dirk Windbergs. Es ist halt nicht so einfach, sechs Menschen, die im normalen Leben Lehrer, Studenten oder Selbstständige sind. Aber sie haben es so gut wie geschafft. Toi, toi, toi!

Die Aufführungen sind am Donnerstag, 21. April, und Freitag, 22. April, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), Tickets kosten 8 Euro. Platzkarten können via info@kulturkueche.com reserviert werden.

Quelle: RP
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