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Mönchengladbach
Licht-Raum

Mönchengladbach. Nachdem die alte Orgel weg und die Empore frisch gestrichen war, sah St. Franziskus aus "wie ein alter Kohlensack" - sagt Pfarrer Klaus Hurtz. Der Kirchenvorstand entschied sich für eine Sanierung. Das Ergebnis ist überwältigend. Von Inge Schnettler

Als St. Johannes geschlossen und St. Josef zur Grabeskirche umgebaut wurde, gerieten etliche Stücke aus den beiden Kirchen ins Rotieren. So kamen acht Werke des Düsseldorfer Künstlers Bert Gerresheim von St. Johannes nach St. Marien, Und die Orgel aus St. Josef wurde in die Kirche St. Franziskus transportiert und dort wieder aufgebaut. Sie ersetzt die alte Orgel, die inzwischen in einer kleinen polnischen Gemeinde ihren Dienst verrichtet. "Wir mussten die Orgeltribüne komplett erneuern", sagt Friedhelm Wyen, vom Kirchenvorstand St. Franziskus mit den Umbauarbeiten betreut.

Die Statik musste erneuert werden, es wurden Stahlträger eingezogen. Dann kam der neue Anstrich in Knallweiß. "Da sah der Rest der Kirche auf einmal aus wie ein alter Kohlensack", sagt Pfarrer Klaus Hurtz. Der Orgelbauverein hatte seit Ende der 90er-Jahre Geld für eine neue Orgel gesammelt. 115.000 Euro spendete die Gemeinde. Und so konnte der Kirchenvorstand die erneute Sanierung der Franziskuskirche in Angriff nehmen.

Vor 18 Jahren hatte die Kirche einen umfassende Umbau erlebt. Pfarrer Hurtz hatte damals zufällig die original Blaupausen des Architekten Dominikus gefunden. Nach dessen ursprünglichen Plänen wurden etliche im Laufe der Jahre zugefügte Relikte entfernt. Der Raum war wieder ein echter Böhm. "18 Jahre haben allerdings ihre Spuren hinterlassen", sagt Friedhelm Wyen. Das Weiß der Wände war nicht mehr wirklich weiß, die Fenster nicht mehr klar. Der Kirchenraum wurde eingerüstet, die Fenster gesäubert, reichlich Farbe aufgetragen. "Auf den Wänden und an der Decke sind 1800 Kilogramm Farbe verarbeitet worden", sagt Klaus Hurtz. Das ist eine Menge. "Der Orgelbauer hat gesagt, dass diese Masse den Klang des Instrument verändert." Das ist der Grund, warum es erst jetzt intoniert werden kann.

Die Kirche strahlt, der Pfarrer sagt: "Sie atmet die Weite Gottes". Kann man so sehen. Der Raum wirkt entschieden größer, heller sowieso, und selbst an trüben Tagen wie gestern leuchten die farbigen Fenster voller Kraft. Der Tabernakel, der bisher in seinem Marmorgehäuse in einer dunklen Ecke stand, steht nun - in neuer Form - im Altarraum. "Aus dem Material des Gehäuses baute unser Handwerker eine Stele", sagt Klaus Hurtz. Das sieht wirklich schön aus.

Der Pfarrer freut sich, dass die Kirche nun wieder geöffnet - und zukünftig mulifunktional nutzbar ist. Ausstellungen will er zeigen und eine neue Reihe ins Leben rufen. "Abendlicher Sonnengesang" soll die heißen und Künstler zu Wort kommen lassen. Bert Gerresheim wird im Gespräch mit der Neusser Museumsdirektorin Dr. Uta Husmeier-Schirlitz zu erleben sein. Und Markus Lüpertz ist fest eingeplant.

Quelle: RP
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