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Mönchengladbach
Mann mit Hemd wird zum Blickfang

Mönchengladbach. Der renommierte Bildhauer Stephan Balkenhol zeigt in der Galerie Löhrl neue Arbeiten. Das Thema der Holzfiguren und -reliefs, Bronze und Zeichnungen ist immer wieder der Mensch: Spuren des Arbeitsprozesses als Ausdrucksträger. Von Angela Wilms-Adrians

Ein Figurentypus hat es Stephan Balkenhol offensichtlich besonders angetan: Es ist der Mann mit schwarzer Hose und weißem Hemd. Der Blick geht ins Ungewisse und ist irgendwie distanziert. Dieser Typus ist zurzeit in der Galerie Löhrl in Varianten vertreten. Im Garten ist er großformatig Blickfang über den Galerieraum hinaus.

Zur Eröffnung der Ausstellung mit neuen Arbeiten des renommierten Bildhauers Balkenhol waren wieder viele Besucher gekommen. Bei Löhrl ist der Künstler längst treuer Gast und auch Freund. Es ist seine nunmehr 16. Einzelausstellung an der Kaiserstraße. "Wir arbeiten seit 33 Jahren mit Stephan Balkenhol zusammen. Er ist einer der wichtigsten Künstler für die Bildhauerei", erzählt Christian Löhrl sichtlich zufrieden.

Die aktuelle Schau ist in der Auswahl der Figurensäulen, Holzfiguren und -reliefs sowie Zeichnungen und Bronze auf das Thema Mensch konzentriert. Schlichte Zeichnungen beim Eingang führen in die Schau ein, die komprimiert Akzente setzt und über die Position der Arbeiten oftmals Begegnungen inszeniert. Über eine unsichtbare Diagonale werden so etwa zwei kleinere Holzfiguren auf Säulen zu einem Paar.

Auffällig in der Bearbeitung der Oberflächen sind feine Holzsplitter, die wie textile Fasern anmuten. Der Nachbarraum ist von zwei großformatigen, einander gegenüber hängenden Holzreliefs mit jeweils einer Halbfigur geprägt. Das markante Gesicht eines Mannes ist aus der Holzfläche herausgeschält. Das Inkarnat ist in der Holzfarbe belassen, während die ansonsten schlicht bemalte Figur vom Goldgrund umfangen ist. Eine metallisch anmutende Silberfläche umgibt das weibliche Antlitz. Er habe Gold und Silber weniger als Farbe genommen, sondern vielmehr wegen der Verbindung zum Metall gewählt, sagt der Künstler dazu. "Dadurch sticht das Relief stärker hervor", erklärt Stephan Balkenhol, der in der Zurückhaltung erkennen lässt, dass er lieber sein Werk für sich sprechen lässt.

Über eine Sichtachse findet ein grob bearbeiteter männlicher Torso raumübergreifend das weibliche Gegenstück. Die Spuren des Arbeitsprozesses sind bei diesen beiden Werken besonders stark ausgeprägt, doch auch alle anderen Figuren sind oft grob behauen und erzählen über die stark strukturierten Oberflächen beredt vom Entstehungsprozess. Zugleich prägen die Kanten und Kerben den starken Charakter dieser ausgewählten Arbeiten.

Balkenhols Figuren sind über Kleidung und Haltung in der heutigen Zeit verankert. Der nach innen gekehrt Blick ist für sie charakteristisch. So sind sie dem Betrachter nah und zugleich auch fern.

Info Bis einschließlich 28. Januar 2017 dienstags und freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr in der Galerie Löhrl an der Kaiserstraße 58/ 60. Weihnachstage: Vom 24. Dezember bis einschließlich 7. Januar 2017 bleibt die Galerie geschlossen. Termine gibt es dann nur nach Vereinbarung. Kontakt: Rufnummer 02161 208661. oder per E-Mail info@galerieloehrl.de.

Quelle: RP
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