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Mönchengladbach
Musiksommer: Alphörner für die abendliche Ferienstimmung

Mönchengladbach. Wer das Alpine liebt, kam im Rheydter Musiksommer auf seine Kosten. Wohlklingende Alphorn-Dreiklänge durchzogen die evangelische Hauptkirche wie eine Schweizer Berglandschaft. "Gletscher-Ruef", "Übers Genschel" und "Dr Hinterstuiner" schufen abendliche Ferienstimmung. Auf den imponierend großen Instrumenten garantierten Wilhelm Junker, Josefine Albert und Matthias Pflaum authentische Berg- und Talharmonien. Und darüber hinaus zeigte Junker, dass man auf dem klobigen Alphorn nicht nur langgezogene Haltetöne spielen kann. Auch wenn es keine Ventile gibt: In einer Konzertetüde von Jozsef Molnar musste nicht nur ein großer Tonraum zwischen hoch und tief ausgelotet werden. Auch schnelle Figuren und Triller wurden beachtlich gut bewältigt. Auch wenn man nicht so leicht von selbst drauf kommt: Ein heute übliches Konzerthorn und sein Vorläufer, das ventillose Naturhorn, sind noch länger als das lange Alphorn. Es fällt nur nicht so auf, weil das Rohr mehrfach gebogen ist. Von Gert Holtmeyer

Frisch und munter begann der dritte Musiksommer-Abend mit einem erfrischenden Telemann-Konzert für zwei Naturhörner und Orchester. Weil ein ganzes Orchester zu aufwendig gewesen wäre, übernahm Udo Witt den Part auf der Orgel. Dass er die spielen kann, ist bekannt und wurde auch mit einigen Solostücken bewiesen, darunter Buxtehudes Präludium und Fuge a-moll. Hervorzuheben ist Max Regers Fuge in D-Dur. Für dieses spätromantische Werk stand mit der Wilhelm-Sauer-Orgel aus dem Jahre 1902 genau das richtige Instrument zur Verfügung. Witt nutzte die differenzierten Register für feinsinnige Abstufungen.

Auch und vor allem sind die drei Alphornisten auf dem modernen Konzerthorn zu Hause, das im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Von Anette Sondermann-Bieger zum Quartett ergänzt, waren schmetternde Jagdfanfaren, getragene choralartige Weisen und hymnisch-majestätische Klänge zu hören. Munter, durchsetzt mit jazzigen Rhythmen, klangen die "Fripperies" des 1930 geborenen Lowell E. Shaw.

Ein wirkungsvoller Abschluss gelang mit dem Konzert für vier Hörner und Orchester (Orgel) von Carl Heinrich Hübler. Der war Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Tonkünstlervereins Dresden, wurde 1844 als Hornist der Dresdener Hofkapelle angestellt und wusste, wie man effektvoll für Hörner komponiert. Für die zahlreich erschienen begeisterten Zuhörer gab es als Zugabe noch Engelbert Humperdincks beliebten "Abendsegen".

Der nächste Termin: 4. August, 19.30 Uhr, mit Susanne Seefing (Sopran) und Karsten Seefing (Klavier).

Quelle: RP
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