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Mönchengladbach
Rheydter Musiksommer: "La vigna" erfreut mit heiterer Note

Mönchengladbach. Das Ehepaar Theresia und Christian Stahl gestaltete das fünfte Konzert der Reihe in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Von Gert Holtmeyer

Das fünfte, wieder gut besuchte Konzert des Rheydter Musiksommers war dem Reformationsjubiläum gewidmet. Genau genommen widmete es sich zwar nicht der Musik der Lutherzeit, sondern der des darauf folgenden Jahrhunderts. Luther lebte von 1483 bis 1546, deutlich später die vorgestellten Komponisten. Der älteste von ihnen war der im Zeitraum 1603 bis 1610 geborene Italiener Marco Uccellini, Johann Sebastian Bach lebte von 1685 bis 1750. Aber für ihre Kompositionen war die Reformation so oder so prägend. Sei es, dass die Komponisten des 17. Jahrhunderts in der protestantischen Kirchenmusik wurzelten, sei es, dass sie sich der Gegenreformation verpflichtet fühlten, sei es, dass ihre weltliche Musik aus der einen oder der anderen kirchlichen Quelle Anregung bezog.

Das Duo "La vigna" mit dem Ehepaar Theresia Stahl (Blockflöten) und Christian Stahl (Barocklaute und Theorbe) setzte den Rahmen mit dem Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten". Der stammt aus der Feder von Georg Neumark (1621 - 1681). Leitmotivisch wurden Textpartien und Melodie zu Beginn und zwischen den anderen Programmbeiträgen vorgetragen.

Die waren zum größten Teil dann gar nicht mehr so fromm, und damit kam die heitere Konzeption der Sommerkonzerte durchaus zu ihrem Recht. Fröhlich erklangen vier Lieder aus der Sammlung "of Old Scots Tunes" des Italieners Francesco Barsanti. Auch wenn sie für die Traversflöte geschrieben wurden, ließen sie sich problemlos auf verschiedenen Blockflöten wiedergeben. Theresia Stahl setzte für jedes Lied einen anderen Flötentypus ein und sorgte damit für klangliche Abwechslung. Auf ein Instrument wies sie besonders hin. Man hätte es sonst wohl für eine Tenorflöte gehalten, aber es war ein flauto voce in D. In Kompositionen von Arcangelo Corelli und Marco Uccellini kam auch das virtuose Element zum Zuge. Souverän stand die Flötistin über den Anforderungen.

Christian Stahl bewährte sich nicht nur als kompetenter Begleiter auf der Theorbe, er zeichnete sich auf der Barocklaute auch als vorzüglicher Solist aus. Johann Sebastian Bachs Suiten für Violoncello Solo klingen auch auf einer Laute ganz ausgezeichnet. Das ließ sich nach dem Prélude aus der d-moll-Suite BWV 1008 problemlos feststellen. Mit Bachs Choral "Sing, bet und geh auf Gottes Wegen" erinnerte "La vigna" abschließend noch einmal an die Reformation. Für den anerkennenden Beifall bedankte sich das Duo mit einem weiteren Lied aus Barsantis Sammlung schottischer Lieder.

Am kommenden Donnerstag, 24. August, 19.30 Uhr, findet das Abschlusskonzert des diesjährigen Rheydter Musiksommers in der Hauptkirche statt. Dann wird es mit dem Jazztrio Kordes-Tetzlaff-Godejohann musikalisch wohl deutlich robuster zugehen.

Quelle: RP
 
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