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Mönchengladbach
Robert Heijkoop - wie er die Welt sieht

Mönchengladbach. "Schön" im Sinne von "sie können an jeder Wand hängen und Wohlbefinden verbreiten" kann man die Bilder von Robert Heijkoop nicht nennen. Auch wenn sie auf den ersten Blick harmlos daherkommen, auf den zweiten Blick stockt dem Betrachter womöglich der Atem. Es geht um die Dinge, die passieren, im Verborgenen vielleicht, möglicherweise sogar im Schutz von Familien. Da erhebt der eine die Hand gegen den anderen, da entweichen einem Mund fliegende Fische oder halbe Arme, da stehen Menschen reglos und beziehungslos umher. Robert Heijkoop zeigt im Projektraum EA 71, Eickener Straße 71, ein gutes Dutzend Ölbilder aus diesem Jahr. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Heijkoop ist Autodidakt. Er malt figurative Themen, Menschen mit wenigen Attributen, mit deren Hilfe die Bilder zu Geschichten werden. Seine Bilder leben von den Varianten eines Gesichtes, das Heijkoop überwiegend im Profil zeigt: hellhäutig mit roten geschlossenen Lippen und Wangen, mit schmal geschnittenen, diagonal verlaufenden Augen. Die Körper bleiben verborgen unter voluminösen Gewändern.

Die Farbpalette wiederholt sich: Graugrün-, Blau- und Brauntöne überwiegen, dämpfen die akkurat und akribisch gemalten und genauso geplanten Ölbilder. Varianten eines Modells - Heijkoop wehrt sich vehement dagegen, dass Betrachter von "immer demselben Gesicht" sprechen und fordert sie auf, genau hinzuschauen. Eine Familienähnlichkeit gibt er zu, vergleicht sein Repertoire mit den Lottozahlen 6 aus 49. Er habe ähnlich wie beim Lottospiel 49 Varianten, die in immer neuen Konstellationen auftauchen und also nie gleich seien.

Es sind subtile, verrätselte und sperrige Geschichten, die der Künstler erzählt. Zweimal sieben schmale, eng nebeneinanderstehende Figuren aus dem "Tribunal" beispielsweise rahmen ein Paar ein, dessen Mienen unbewegt sind, dessen Haltung jedoch die auf den jeweils Anderen gerichtete Aggressivität symbolisiert. Um dies herum drei kleine Wesen - Kinder? Heijkoop wurde 1939 in Amsterdam geboren, seit den 1970er Jahren lebt er in Mönchengladbach.

Die Ausstellung im Projektraum EA71 an der Eickener Straße ist bis zum 11. Oktober samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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