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Mönchengladbach
Rotarier helfen bei Behandlung afghanischer Kinder

Mönchengladbach: Rotarier helfen bei Behandlung afghanischer Kinder
Geballte Kompetenz und geballte Hilfe: (v.l.n.r.): Jörg Schuster (Klinik für Unfall- und Gelenkchirurgie, Eli), Prof. Wolfgang Kölfen, Kern (Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin), Prof. Huan Nguyen, Hans Joachim Esch (Rotary Club Mönchengladbach-Niers), und Bernd Dohmen (Anästhesiologie, Johanniter Krankenhaus Bethesda), Mohammad und Ekramullah. FOTO: Städt. Kliniken/Baum
Mönchengladbach. Mohammad ist elf Jahre alt. Er ist bereits um die halbe Welt gereist. Denn in seiner Heimat ist er bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden. "Der Junge hat multiple Verbrennungen erlitten und einen Bruch des Ellenbogengelenks, der nicht adäquat verheilt ist", so Oberarzt Jörg Schuster. Der Leiter der Kindertraumatologie an den Städtischen Kliniken konnte den verdrehten Arm so richten, dass er "trotz der fehlenden Streckmuskulatur und der nun 90-Grad-Stellung künftig einen Beruf ausüben kann." In etwa sechs Wochen könne das "derzeit noch benötigte, äußere Haltesystem entfernt werden. Im Frühjahr 2018 wird Mohammad in seine Heimat zurück können". Ein entsprechendes orthopädisches Hilfsmittel wird vorher im Friedensdorf Oberhausen für den Jungen angefertigt.

Mohammad ist eines von 50 Kindern aus aller Welt, die von einer großzügigen Spende des Rotary Clubs Mönchengladbach-Niers profitieren, erläutert Rotary-Mitglied Hans-Joachim Esch: "Aus Anlass des goldenen Jubiläums unseres Clubs haben wir 100.000 Euro für das Friedensdorf Oberhausen zusammengebracht. Das Friedensdorf holt seit 50 Jahren Kinder nach Deutschland, wo sie in deutschen Krankenhäusern behandelt werden." In Gladbach seien neben den Städtischen Kliniken "auch das Krankenhaus Bethesda und die Kliniken Maria Hilf in die Hilfsaktion eingebunden. Wir haben die Zusage bekommen, so viele Kinder wie möglich aus diesem Kontingent zu behandeln. Die Mitbehandlung und Mitbetreuung vor Ort werden von den rotarischen Mitgliedern übernommen", ergänzen Prof. Huan Nguyen und Bernd Dohmen. Die Kinderklinik des Eli betreut seit vielen Jahren die Kinder. "Die Zusammenarbeit mit dem Friedensdorf ist hervorragend", so Ingo Kern.

In ihrer afghanischen Heimat können die Verletzungen der Kinder nicht behandelt werden, weil die Behandlung aufwendig und kostspielig ist: "Diese Kinder sind auf internationale Hilfe angewiesen", so Prof. Nguyen. In den meisten Fällen handele es sich um Opfer von Verkehrsunfällen, ergänzt Jörg Schuster: "Ich schätze die Zahl auf gut 60 Prozent. Das liegt an den katastrophalen Verkehrsverhältnissen dort. Aber es kommen natürlich aus Kinder mit Kriegsverletzungen zur Behandlung nach Deutschland." Im Eli wurde neben Mohammad auch der zehnjährige Ekramullah behandelt. Er litt an einer Knochenentzündung im rechten Unterschenkel. "Wir haben die Wunde geöffnet und mit einem antibiotischen Schwamm versorgt. Im Anschluss hat er in Oberhausen noch längere Zeit Antibiotika erhalten. Der Junge ist nun schmerzfrei", so Schuster. Er schränkt ein: "Man muss wissen, dass Knochenentzündungen immer aufflammen können." Anders als Mohammad werde der kleine Afghane nicht mehr in das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Eli müssen. "Knochenentzündungen sind das häufigste Krankheitsbild, das wir sehen." Dr. Jörg Schuster hat wenig Sorge, dass die Kinder später ohne Gesundheitsversorgung bleiben: "In Afghanistan werden die Kinder regelmäßig nachkontrolliert. Über die Jahre ist durch die Arbeit des Friedensdorfes dort ein dichtes Netzwerk entstanden."

Prof. Nguyen freut sich, dass die "50-Jahre-Jubiläen" so viel Positives bewirken: "Da auch das Friedensdorf und das Eli in diesem Jahr jeweils ihr Gold-Jubiläum feiern, passt alles einfach perfekt."

Quelle: RP
 
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