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Interview Markus Stops
So schwierig war es noch nie

Mönchengladbach. Der 36-Jährige aus Hehn ist erstmals Gesamtleiter des Internationalen Mönchengladbacher Militärwettkampfs, der am Samstag stattfindet. Er spricht über die zu lösenden Aufgaben und erklärt, warum die Team-Anmeldungen schleppend liefen. Von Helmut Michelis

Markus Stops (36), Oberleutnant der Reserve, ist der neue Gesamtleitende des Internationalen Mönchengladbacher Militärwettkampfs (IMM), der am Samstag, 18. Juni, ab 7.30 Uhr an verschiedenen Wettkampfstationen bereits zum 33. Mal stattfindet. Zum ältesten und bedeutendsten militärischen Vielseitigkeitswettkampf in Europa werden wieder rund 120 Teilnehmer aus fünf NATO-Staaten erwartet, Aktive wie Reservisten. Voraussichtlich wird Generalmajor Jürgen Knappe, der Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr mit Sitz in Berlin, den IMM besuchen.

Es wird für die Teilnehmer einiges zu bewältigen geben: das Schlauchbootfahren gegen die Stoppuhr, eine schwindelerregende Hindernisbahn, eine aufwändige Infanterie-Station, Erste-Hilfe-Prüfungen und andere spannende und kräftezehrende Wettkampfaufgaben. Den Siegerpreis hat erneut die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, gestiftet.

Der Hehner Markus Stops, im Zivilberuf als Produktionsleiter in einem mittelständigen Unternehmen für Stromversorgungssysteme tätig, ist einer der freiwilligen Bundeswehr-Reservisten, die den IMM bereits seit mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlich organisieren.

Ein Militärwettkampf mit Schießen, Marschieren, Schlauchbootfahren und Hindernisbahn, ist das im Cyber-Zeitalter noch zeitgemäß?

Markus Stops Allemal. Wir NATO-Soldaten verkörpern gemeinsame Werte und haben ein gemeinsames Ziel: Uns allen geht es um den Schutz unserer Mitbürger, um die Bewahrung gemeinsamer moralischer und kultureller Werte. Wir Mönchengladbacher wollen mit dem IMM Brücken bauen zwischen den Nationen. Da bieten sich Aufgaben an, die ein dänischer Marinesoldat ebenso erfüllen kann wie ein italienischer Luftwaffen-Reservist oder eine britische Fernmelderin. Nebenbei haben wir schon viele Freundschaften und einige Ehen und Familien gestiftet.

Das heißt, der Wettkampf an sich ist eher Nebensache?

Stops Dafür trainieren die Teilnehmer zu hart. Immerhin geht es um den Siegerpreis der Bundesministerin der Verteidigung. Aber wir wollen uns vor allem kennenlernen und voneinander lernen. Bei aller Bescheidenheit: Das funktioniert, und darum war ich auch bereit, die Leitung zu übernehmen. Der IMM gilt als Treffen der Nationen: Teilnehmer aus 21 Staaten waren bisher dabei, darunter sogar aus Neuseeland und der Mongolei.

Und in diesem Jahr?

Stops So schwierig war es noch nie. Terrorismus-Abwehr, Flüchtlingshilfe, neue Dienstzeitregelung - die Team-Anmeldungen sind schleppend angelaufen. Unsere Kameraden sind zurzeit an vielen Orten im Einsatz, um die furchtbaren Geißeln von Terror und Krieg einzudämmen. Die Bundeswehr muss sich jetzt auch in Mali verstärkt engagieren. Das bedeutet natürlich, dass die aktive Truppe kaum mehr Luft hat. Trotzdem haben sich wieder 120 Wettkämpfer angemeldet, sogar aus Rom und Kopenhagen. Das werten wir schon als kleines Kompliment unserer Arbeit.

Was planen Sie in diesem Jahr Neues?

Stops Erstmals führt unsere Marschstrecke auch in den Raum Wegberg. Zu lösen sind 14 verschiedene Aufgaben - vom Schlauchboot-Rennen über Erste Hilfe bis hin zur Uniformenerkennung.

Sind Ihnen auch Zuschauer willkommen?

Stops Na klar! Schwerpunktstationen sind unter anderem das Schlauchbootfahren auf dem Eichhofweiher südlich des ehemaligen JHQ-Geländes in Rheindahlen und die Hindernisbahn auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks an der Autobahnausfahrt Holt.

Quelle: RP
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