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Mönchengladbach
Sounds like Heimat: Musikalisches Hoch auf Mönchengladbach

Mönchengladbach. Drei Musiker schrieben Hymnen auf die Vitusstadt. Das Publikum krönte im TIG Rapper Claudio zum Sieger. Von Angela Wilms-Adrians

Tante Ju, das umstrittene Rheydter Nummernschild und natürlich Borussia lieferten beim WDR-Format "Sounds like Heimat" Stoff für Lieder auf Mönchengladbach. Charakteristische Merkmale der Stadt wurden durch die drei beteiligten Künstler - Kati von Schwerin, Claudio Esposito und Thomas Herder - in Musik und Text höchst unterschiedlich eingefangen. Die Stimmung im TiG war bestens, als das Abschlusskonzert für den WDR aufgezeichnet wurde. Das wird vermutlich im September ausgestrahlt.

Zur zweiten Staffel des Formats hatten sich erneut drei Musiker fünf Tage lang mit einer für sie bis dahin fast unbekannten Stadt beschäftigt, um ihre Eindrücke im Song zu verarbeiten. "Euch wird etwas geboten, was ihr zu 100 Prozent kennt: Es geht um eure Stadt", rief Moderator Marco Schreyl dem altersmäßig bunt gemischten Publikum zu.

Natürlich lag ein gutes Quäntchen Wettbewerbsspannung in der Luft, da die Besucher mittels eines grünen Balls ihren Favoriten wählen durften. Zugleich gab es ein in der Konstellation ungewöhnliches Konzert. Zum Warm Up zeigten die Kandidaten, in welchen Metiers sie zuhause sind. Die Berlinerin Kati begeisterte zur Popmusik mit warm und intensiv klingender Stimme. Rapper Claudio aus Offenburg riss zum markigem Hip Hop mit. Der Essener Liedermacher Thomas Herder, mit 52 Jahren der Senior unter den Musikern, brachte Rockelemente mit. Entsprechend gefächert erlebten die Besucher das Potenzial ihrer Heimatstadt für wechselnde Genres.

Als besondere Herausforderung nannte Kati den Zeitdruck beim Schreiben eines emotionalen Liedes über etwas, dass sie zuvor kaum gekannt hatte. Nach der Zugfahrt an den Niederrhein sei ihr das viele Grün in Mönchengladbach aufgefallen, erzählte die Sängerin. Diesen Eindruck sowie die im Eickener Seniorenheim erfahrene Herzlichkeit thematisierte sie in einer innigen Ballade, für die sie lauten Jubel und manche Träne der Rührung erntete. Claudios erster Weg hatte in die "Vinyl-Garage" der Altstadt geführt, wo er eine Schallplatte der Rock-Band Wallenstein aus den 70ern entdeckte. Von diesem Fund ließ sich der 35-Jährige musikalisch inspirieren. Beim Text über das "Manchester vom Niederrhein" reflektierte er im Sprechgesang Gespräche mit Mönchengladbachern. Thomas Herder aus Essen, angereist mit Band und Background-Sängerinnen, hatte sich von der Stadionatmosphäre und der hiesigen Lust am Feiern zum anfeuernden Song anregen lassen.

Ulrich Elsen warf bei der Abstimmung seinen Ball in den zweiten von drei bereitstehenden Zylindern und stimmte damit für Claudios Song. Dem Bürgermeister hatten dessen Text sowie der musikalische Bezug zu Mönchengladbach besonders stark überzeugt. Da dürfte es ihm sehr gefallen haben, dass er am Ende tatsächlich dem Rapper den gläsernen Siegespokal überreichen konnte.

Quelle: RP
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