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Mönchengladbach
St. Barbara: Jürgen Drewer gestaltet Portal

Mönchengladbach. "Der eigentliche Schatz liegt hinter der Tür", sagt Pater Wolfgang, Hausherr von St. Barbara, der sich sichtlich über die neue Gestaltung des Hauptportals der Kirche unter Beibehaltung des Rahmens freut. Die neuen Gläser in der alten ("scheußlichen") Industrietür sind nach Pater Wolfgang ein angemessenes und erzählerisches Symbol für das Gotteshaus und eine ansprechende Einladung, die Kirche zu besuchen. Von Sigrid-Blomen-Radermacher

Das von der Straße auch für Vorübergehende gut sichtbare Festtagsportal (werktags betreten die Gläubigen die Kirche traditionellerweise durch die Nebentür) hat vor einigen Wochen eine neue Gestaltung durch den Künstler Jürgen Drewer erfahren.

Nachdem vor zwei Jahren das Gemeindemitglied Dr. Max Reiners anlässlich seines Geburtstages seine Gäste aufrief, anstelle von Geschenken für eine Neugestaltung der Tür zu St. Barbara zu spenden, kam eine hohe Summe zusammen. Der Förderverein der Franziskanerkirche konnte gemeinsam mit Pater Wolfgang und mit Unterstützung von Pfarrer Wolfgang Bußler den Künstler Jürgen Drewer dafür gewinnen, drei Entwürfe für die Gestaltung der Tür vorzulegen.

Auf Sand gestrahltem Floatglas ist mit Schwarzlot eine abstrakte Zeichnung aufgebracht, die "den Kopf offen lässt für Ideen" - so Pater Wolfgang. Manche Kirchenbesucher sehen die Bäume des gegenüberliegenden Bunten Gartens in der Lineatur gespiegelt, Dr. Reiners entdeckt Lebenswege: Haupt- und Nebenwege, die sich kreuzen, die mal schmal, mal breit sind, die auch mal in einer Sackgasse münden.

Keine negative Reaktion hat Pater Wolfgang bislang von den Gemeindemitgliedern auf die Türen erfahren. Viele fragen, was die Zeichnung darstelle, doch einhellig besteht die Meinung, dass die Neugestaltung den Eingang bedeutsam mache und eine Bereicherung für die Kirche sei.

Für Drewer ist die Oberfläche des rauen Glases wichtig, der haptische Eindruck, der neben dem optischen entsteht. Darüber hinaus, so sagt er, liebe er "marode Oberflächen": Neben den schmalen und breiteren Linien, die über alle Felder der geteilten Tür hinweg gehen, entdeckt der Betrachter "Flecken" wie die Spuren von Pfoten, helle Einsprengsel, die das Glas lebendig machen, die der Darstellung Tiefe verleihen.

Jürgen Drewer ist 1952 in Gladbeck geboren. Seit vielen Jahren entwickelt der Künstler architekturbezogene Projekte, hat beispielsweise zuletzt in der Kirche St. Maria Empfängnis in Neersen Fenster gestaltet.

Quelle: RP
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