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Mönchengladbach
Strahler im Sonnenberg

Mönchengladbach. Die Altstadtinitiative setzt Pläne um, die den Park am Dicken Turm auch nachts erleuchten. Die Stadt unterstützt sie mit 17.000 Euro. Von Armin Kaumanns

So hinterhältige Gebilde wie frisch gelegte (und nicht in die bereitstehenden Clean-up-mg-Tüten entsorgte) "Tretminen" werden sich auch in Zukunft auf Gladbachs "Sonnenberg" wohl fühlen. Ab der Dämmerung jedenfalls, denn dann sind sie für den ahnungslosen Passanten nach wie vor weitgehend unsichtbar. Für die anderen dubiosen Gestalten, die sich da im Schatten des Dicken Turms vorzugsweise nachts und an den Wochenenden herumtreiben, wird der Aufenthalt an diesem Rand der Altstadt jedoch deutlich unattraktiver. Denn ab sofort ist dort Licht. Und schön ist es auch noch.

Erdstrahler beleuchten mit Einbruch der Dämmerung die Backsteinmauer, die am Rand des kleinen Parks bergab zum Geropark führt. "Sie steht auf Fundamenten der alten Stadtmauer", erklärt Helmut Hormes, ehemaliger Baudezernent der Stadt und seit Gründung im Verein Initiative Altstadt (ia) aktiv. Ein paar lichte Büsche davor, sonst Wiese und große, alte Laubbäume so weit das Auge reicht. Hinter dem "Balkon" an der Neustraße schaut der Turm des Münsters in den seit ein paar Wochen umgestalteten Park.

Aller Wildwuchs, sämtliche Gebüsche sind abgeholzt, licht und freundlich präsentiert sich das von asphaltierten Wegen durchschlängelte Durchgangsgrün nach der Sanierung der Fläche. Und die Mitglieder der Altstadtinitiative stoßen an auf ihr nun abgeschlossenes Projekt, für das die Stadt 17.000 Euro aus dem Topf für Wohnumfeldverbesserung zugeschossen hat. Prunkstück sind die vier Erdstrahler, die die mächtigen Parkbäume und Baumgruppen von unten illuminieren.

"Die Idee haben wir schon vor Jahren im Altstadtlabor entwickelt, bei der letzten Kulturnacht hat es schon einmal einen gelungenen Probelauf gegeben. Jetzt konnten wir sie endlich umsetzen", sagt der ia-Vorsitzende Johannes Jansen. Hephata hat die aufwändigen Erdarbeiten ausgeführt, Elektro Hermanns die Technik beigesteuert. Bis 23 Uhr sollen die Strahler jeweils in der Woche leuchten, am Wochenende immer bis 1 Uhr. "Dafür fallen 300 bis 500 Euro Stromkosten im Jahr an, die der Verein übernimmt", sagt Hormes.

Er ist sich mit den rund 50 Vereinsmitgliedern einig, dass das Projekt gelungen ist. Für den gemeinen Bürger, der mit "Wildpinklern", Räubern und Belästigern anderer Art an dieser Stelle der Altstadt nichts zu tun haben will, dürfte die Sache mit dem "Angstraum Sonnenberg" ab sofort weitgehend vorbei sein. Und das nächste Projekt der Initiative Altstadt wartet schon auf seine Verwirklichung: Häuserfassaden sollen zu Ausstellungsflächen werden, die Fotokünstler bespielen. "Die Altstadt wird zur Fotogalerie", freut sich Jansen schon. Und fügt an, dass der Verein ein paar mehr Aktive ganz gut gebrauchen könnte.

Quelle: RP
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