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Mönchengladbach
Suiten, Serien und Mappen bei Löhrl

Mönchengladbach. "Do not reproduce me", "Do not compare me", Do not give me a name", "Do not remember me" - zehn solcher und ähnlicher Verbote spricht Jochen Gerz in seinem zehnteiligen Werk "Pictures at an Exhibition" aus. Und stellt damit die Arbeit der Rezensentin ebenso wie die Beteiligung des Galeriebesuchers in Frage. Die Arbeit gehört zu der Ausstellung "Suiten-Serien-Mappen. Originale-Zeichnungen-Fotos-Grafiken", die die Galerie Löhrl derzeit in ihren Häusern an der Kaiserstraße präsentiert. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Weit mehr als 20 Künstler sind in der umfangreichen Ausstellung vertreten. Nicht alle stellen so eindeutige Fragen wie Gerz. Verblüffend hierbei: Die Blätter stammen aus dem Jahr 1978. Trotz ihres "hohen Alters" sind sie - und nicht nur auf die Kunstszene bezogen, sondern auch politisch - hochaktuell.

Im Stammhaus der Galerie werden Mappenwerke etablierter Künstler gezeigt: Beuys, Rückriem, Palermo, Förg, Uecker. Witzige Arbeiten wie die Palmenserie von Polke sind auch dabei. Von Richard Long werden vier beeindruckende Offset-Lithographien "Being in the moment" gezeigt, in denen Landschaften, deren recht ausführliche Beschreibung Teil der Arbeit ist, gezeigt werden. Eine weitere betagte Arbeit ist von Otto Piene. Vor fast 50 Jahren entstanden elf Serigrafien zum Regenbogen - in ebensolchen verblüffend-knalligen Farben. P.A.X. lautet der Titel, und das Friedenssymbol zieht sich über den Pariser Eiffelturm, die Akropolis, New York City und weitere Metropolen.

Im Haus gegenüber sind die jüngeren Künstler vertreten. Und hier kommen dann auch die Suiten zum Tragen: Die Galeristen zeigen Serien zu einem Thema, keine Druckgrafiken, sondern Originale.

Bettina Wächter beispielsweise präsentiert eine Serie von kleinen Ölpastellbildern von 2016 auf Alabastergips, in denen unter dem Titel "...und sie bewegt sich doch!" der wandernde Schatten auf dem kleinen Ausschnitt eines Gebäudes gezeigt wird. Eine sehr meditative Arbeit.

Viele Fotoarbeiten sind zu sehen - Fotos rufen ja geradezu nach der Serie. Humorvoll Anett Stuth mit "Ausge-spielt" von 2013. In ihrer "Hommage an das analoge Zeitalter" hat sie die Abbildungen von 21 alten Kameras teilweise farbig übermalt und fotografiert. Niels Sievers malt klassische Landschaften in Öl. Allerdings auf Vinyl - also alten Schallplatten. Die vorgegebene Form, der sich der Maler unterwirft, die dunkle Schwärze des Vinyls, die ahnbaren Rillen, aus denen einst Musik abgespielt wurde, sie tragen zu der Verblüffung bei, die der Betrachter empfindet.

Quelle: RP
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