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Mönchengladbach
Theater-Festival wird im BIS eröffnet

Mönchengladbach. "Spielarten" kommt - das NRW-weite Kinder und Jugendtheaterfestival wird am 18. September in Mönchengladbach eröffnet. Insgesamt fünf Produktionen werden im Zentrum für offene Kulturarbeit zu sehen sein. Von Angela Wilms-Adrians

Musik, Tanz, Zauberei, Versonnenes, fetzige Aktionen und sicherlich jede Menge Verzauberung erwartet die jungen Besucher der "Spielarten 2016". Neun Städte laden zu insgesamt zehn spannenden Inszenierungen für Kinder und Jugendliche ein. In Mönchengladbach werden fünf Produktionen für verschiedene Altersgruppen ab drei und elf Jahren zu sehen sein. Claudia Übach-Pott, im BIS verantwortlich für die Sparte Kinder und Jugend, war an der Auswahl der Stücke maßgeblich beteiligt. Sie ist infiziert von der darin liegenden Suche nach dem Unerhörten und Alltäglichen. So berichtete sie denn auch zur Vorschau mit dem Feuer der Begeisterung und machte Lust auf ein Rundum-Paket.

Das Programm startet am 18. September um 16 Uhr mit "Die Geschichte eines langen Tages". Das Agora Theater wird dafür im BIS ein Zimmer mit Rosentapete einrichten und eine dreieckig angelegte Bühne bespielen. Die kleinen Zuschauer und ihre Begleiter werden das Geschehen von drei Längsseiten aus erleben. "Es geht um schöne Zeiten, Höhen und Tiefen, Verantwortung und Anderssein", verrät Uebach-Pott und betont beim Bezug auf die Tapete, dass Rosen auch ihre Dornen haben. Sie verspricht, dass die kleinen und erwachsenen Zuschauer durch Musik und Reime in das Spiel mit einbezogen werden.

Am Mittwoch, 21. September, 11 Uhr, geht es weiter mit der Heldengeschichte für Elfjährige "Griff - Der Unsichtbare", erzählt durch das Theater Marabu, Bonn. Griff ist tagsüber eine Niete, aber nachts verwandelt er sich in einen Helden. Dann werden die weißen Matratzen, zwischen denen er tags unterzugehen droht, zur Kulisse mit bunten Videoeinspielungen. Als "wunderschönes Stück" empfiehlt Übach-Pott Wolfdietrich Schnurres Erzählung "Die Prinzessin kommt um vier", in einer Aufführung des Consol Theaters Gelsenkirchen. Ausgerechnet eine Hyäne, die gemeinhin als hässliches und stinkendes Tier gilt, stellt sich als verwunschene Prinzessin vor, deren Liebreiz erst noch entdeckt werden muss. Übach-Pott verspricht ein "total fetziges Stück, bei dem es über Tische und Bänke geht". Das Schauspiel "Die Wundermauer" erzählt vom Tod des guten Königs, dessen Nachfolger und einem listigen Fuchs, der viel verspricht und wenig hält. Es geht um falsche Versprechen, Glaubwürdigkeit, Wahrhaftigkeit und schließlich Demokratie. "Das ist Politikunterricht zum Anfassen", betont Übach-Pott.

Die Spielarten enden am 27. September mit der Aufführung "Die Geschichte vom Mann und dem Wal". Dafür wird die Bühne in Meeresblau getaucht und Walgesänge mit dem Lied des Buckelwals eine mysteriöse Klangwelt unter Wasser erzeugen. Etienne Borgers singt und erzählt die anrührende Geschichte in einer Phantasiesprache. Der Niederländer hat mit ihr einen persönlichen Verlust verarbeitet, und so geht es auch um Abschied, Weitermachen und den Mut, dem Unbekannten zu begegnen. Zu allen Stücken gibt es theaterpädagogisches Begleitmaterial, das über das BIS angefordert werden kann.

Claudia Übach-Pott informiert sich bereits über potenzielle Stücke für die "Spielarten 2017". Der ehrenamtlich Tätigen ist wichtig, die Auswahl live zu erleben. Das ist viel Arbeit. Doch sie fühlt sich gut entlohnt und stellt fest: "Ich freue mich über die leuchtenden Augen, wenn die Kinder aus dem Theater gehen. Das ist meine Belohnung."

Quelle: RP
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