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Mönchengladbach
Traumtänzer

Mönchengladbach. Wann und wo gibt es sonst so viele atemberaubend schöne Menschen auf einen Schlag zu sehen? Wo derart fantastische Stimmen, so wunderbar gespielte Klänge zu hören? Nirgendwo sonst. Nur im Theater. Ein Augenschmaus, ein Hörgenuss, ein betörender Traum - das ist die Inszenierung der Carmina Burana, die dankenswerterweise noch einmal ins Programm aufgenommen wurde. Zweimal noch - am 13. März und am 23. April - wird den Theaterbesuchern dieser Genuss vergönnt sein. Die Premiere der Wiederaufnahme war ein Knaller - Gänsehaut pur schon gleich nach den ersten Tönen - O Fortuna! Von Inge Schnettler

Mehr als 200 Mitwirkende sind bei der Aufführung dieses Tanz-Großprojekts auf der Bühne beteiligt. Die Musiker der Niederrheinischen Sinfoniker sitzen nicht im Graben sondern auf einem Podest, darüber noch einmal erhöht stehen die Sänger vom Opernchor und Extrachor. Der wird an zwei Stellen ergänzt vom Kinderchor der Chorakademie Kempen. Und natürlich von den herausragenden Solosängern. Dirigiert werden sie allesamt von Alexander Steinitz. Stimmgewaltig intonieren die Sängerinnen und Sänger die "profanen Gesänge", die Carl Orff 1937 aus einer mittelalterlichen Liedersammlung in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache im Kloster Benediktbeuren entwickelte. Und dann schweben die Tänzerinnen und Tänzer ein. Ballettdirektor Robert North lässt sie eine Geschichte erzählen. Eigentlich sind es gleich mehrere.

Auf der Bühne entwickelt sich erst zaghaft, im Verlauf immer drängender eine Liebe, dargestellt von der großartigen Solotänzerin Karine Andrei-Sutter und ihrem Partner Alessandro Borghesani. Deftig geht es bei der Wirtshausszene zu, in der ein weißer Schwan (Paolo Franco) am Ende von den betrunkenen Zechern zerrupft und verspeist wird. Und dann geht es wieder mit viel Liebe und Leidenschaft weiter.

Der Zuschauer wird in den Bann gezogen. Atemlos verfolgt er das Geschehen. Alles will gleichzeitig aufgenommen werden - der Gesang, die Musik der Instrumente, die Chor- und Solostimmen. Es bleibt nur gelegentlich Zeit, um träumerisch in die weiß-rosa Wolken zu schauen, die über den Musikern schweben - die einzige Dekoration auf der Bühne. Diese wird von den Tänzern gefüllt, die intensive Bilder und Szenen entstehen lassen, mit großer Zartheit, aber auch aufrührerischer Kraft. Und am Ende wieder Gänsehaut pur - O Fortuna!

Noch zweimal wird die Carmina Burana gezeigt: Am 13. März und 23. April, jeweils 19.30 Uhr. Tickets: 02166 6151100 und www.theater-kr-mg.de.

Quelle: RP
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