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Mönchengladbach
Um fünf gibt's was auf die Ohren

Mönchengladbach. Es ist wieder Leben in der Konzertmuschel am Volksgarten: Am 11. September beginnt die im vergangenen Jahr erfolgreich gestartete Reihe "Five o'clock acoustic" mit insgesamt drei Konzerten an drei Sonntagnachmittagen. Von Armin Kaumanns

Letztes Jahr knubbelten sich bei allen drei Konzerten je rund 500 Leute vor der Konzertmuschel im Volksgarten. Die Stimmung war toll, die Lederjackendichte auch unter jüngeren Zuhörern hoch und die Musik besonders, trotz alter Bekannter. So begeistert beschreibt Volksgarten-Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer bei der Vorstellung des neuen Programms das "Five o'clock acoustic". Mit dem Kommunalpolitiker (und der Sonne auf der Terrasse des DRK-Hauses) strahlen die Erfinder des "Mini-Festivals" um die Wette: Walter Riettiens und Kurt Schmidt, zwei klingende Namen in der Gladbacher Rock-Szene. Mit ihrer Idee, die aus den 70ern überdauerte, als hölzernes Dreieck stilisierte Muschel am Volksgartenweiher mit akustischer, selbst gemachter Musik aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, liefen sie beim Bezirksvertreter offene Türen ein. Jetzt ist die Skepsis, ob das Festival Anklang finden würde, der Gewissheit gewichen, etwas umgesetzt zu haben, auf das die Szene gewartet hat. Also muss man gar nicht viel ändern.

"Selbst wenn man mal zehn Minuten für ein Bier anstehen muss, weil die freundlichen Jungs vom DRK im Bierwagen nicht mehr können als zapfen, belassen wir es bei Bier- und Würstchenbude. Wir wollen hier keine Kirmes draus machen", sagt Kurt Schmidt. Er ist Bassist der Dead Guitars, die auch diesmal wieder mit von der Partie sind (25. September), und er weiß, worauf die Fans stehen. Das ist ganz offenbar: an einem schönen Septembersonntagnachmittag, vielleicht nach einem Spaziergang mit Kind und Kegel um den Weiher, sich um fünf was auf die Ohren zu geben, während die Sonne gen Horizont wandert, ehrlicher, selbsterfundener Musik zu lauschen, die für den besonderen Ort "semiakustisch", wie Walter Riettiens es nennt, abgemischt wird. Kleines Set, wenig Kabel, purer, authentischer Sound. Und danach stressfrei beim "Tatort" auf dem Sofa abhängen.

Nach der Premiere bekamen die Veranstalter jede Menge Anfragen für dieses Jahr, sagen sie. Neben den Dead Guitars, bei denen Ralf Aussem für die besondere Location sogar über eine Streicher-Sektion nachdenkt, trainieren auch die Stanley Beamish Blues Band (am 18. September wird Johannes Seidemann neu am Saxophon agieren) und die Singer-Songwriterin Sophie wenig verstärkte Sounds, die fast in die Nähe von Wohnzimmerakustik kommen. Sophie, die in der Kulturnacht die Fans entzückte, wird eine Woche nach ihrem Muschel-Konzert bei der Eröffnung des Sonnenhausplatzes auftreten. "Ihre Musik klingt frisch, Pop mit einem zarten Hauch von Punk, auf jeden Fall individuell", schwärmt Schmidt. Zusammen mit Riettiens organisiert er das Festival, das von Stadtsparkasse, NEW, Kulturbüro, dem Stadtbezirk und der MGMG gefördert wird. Damit der Eintritt frei sein kann, spielen und agieren auch Musiker und Techniker zum Freundschaftspreis. "Five o'clock acoustic" ist nun schon fast Tradition.

Quelle: RP
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