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Mönchengladbach
Vielschreiberin mit Tiefgang

Mönchengladbach. Gerade ist der Roman "Wüstengesang" von Karin Welters erschienen. Die Hauptfigur ist Lisa Hansen, und die hat beklemmende Visionen. Spannung gibt es satt - von der ersten bis zur letzten Seite. Von Inge Schnettler

Die reiche Baronin Patricia von Duran erwischt ihren Mann beim Seitensprung. Geschockt und gedemütigt flieht sie aus ihrer Ehe, die sie schon lange nicht mehr glücklich gemacht hat. In Afrika sucht sie Ruhe. Lisa Hansen hat eine dreiwöchige Reise nach Namibia gewonnen, die sie mit ihrer Freundin Carola antritt. Die Frauen lernen sich auf einer Gästefarm am Rande der Namib-Wüste kennen. Lisa Hansen wird von nächtlichen Visionen gequält, die während ihrer Reise immer eindringlicher werden. Und im fernen Deutschland geschehen schreckliche Dinge.

Karin Welters hat ihr zweites Lisa-Hansen-Buch geschrieben. "Wüstengesang" heißt es und führt de Lebensgeschichte der Frau fort, die im ersten Band ("Die Tanzschule") kurz nach dem Tod ihres Mannes das Haus ihrer Tante erbt. Von der Großstadt zieht sie aufs Dorf und wird durch die Entdeckung eines schlimmen Familiengeheimnisses fast aus der Bahn geworfen. Ihre Freundin Carola und ihr Verlobter, der Landarzt Andreas Roemer, stehen ihr zur Seite.

"Wenn einen die mächtige Keule des Schicksals getroffen hat, ist es gut, wenn man mit der Verarbeitung und Bewältigung nicht allein ist", sagt die Schriftstellerin. Ein Schockerlebnis berge aber auch Chancen. "Möglicherweise ist das genau der entscheidende Punkt im Leben - und möglicherweise geht der Mensch stärker aus der Situation heraus als er es vorher war." Das Ziel sollte am Ende sein, auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, auch abseits angelernter und gängiger Verhaltensmuster.

Die Kommunikationstrainerin hat sich intensiv mit der Psychologie des Menschen auseinandergesetzt. Das macht ihre Protagonisten so glaubwürdig. Wenn beispielsweise Patricia von Duran sich betrogen und als Verliererin fühlt. "Dann ist die Frage, ob sie tatsächlich immer Siegerin im Leben sein muss", sagt Karin Welters. "Sie muss ihre Sicherheit unabhängig von ihrer Konkurrentin wiederfinden." Das ist das zentrale Thema in ihren Lisa-Hansen-Romanen. "Es geht immer darum, wie unerwartete, gravierende Veränderungen im Leben den Menschen zwingen, sein Selbstbild den neuen Lebensumständen anzupassen." Wichtig ist es der Autorin auch, zu zeigen, wie Frauen in einer von Männern dominierten Welt zunehmend aus ihren Rollenmustern ausbrechen. "Die Botschaft meiner Romane ist die Empfehlung, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen und durch innere Veränderungen die äußeren zu meistern."

Tagebuch hat Karin Welters schon ihr Leben lang geschrieben, auch Kurzgeschichten und Gedichte. Der Kick kam 2008. Da gewann die gebürtige Wuppertalerin, die seit 1984 in Mönchengladbach lebt, beim Krimi-Schreibwettbewerb der "Schule des Schreibens" an der Hamburger Akademie für Fernstudien einen der ersten Preise - die Teilnahme an einem Intensiv-Krimiseminar. Es entstand die Jette-Berger-Serie, die Lisa-Hansen-Folge wurde geboren. Daneben - Krimis und Thriller.

Derzeit arbeitet die Autorin an vier Büchern gleichzeitig - am fünften Band ihres Polit-Thrillers, an der nächsten Jette-Berger-Geschichte, der dritte Teil der Lisa-Hansen-Geschichte ist in Arbeit, "und zur Entspannung schreibe ich zwischendurch Trivialromane".

Das Buch "Wüstengesang" ist bei Amazon erschienen. Und hat dort mit bereits fünf mal fünf Sternen die höchste Kunden-Bewertung erhalten. Darüber freut sich Karin Welters sehr. Zurecht. Sie sagt "Ich weiß, dass das, was ich mitzuteilen habe, wichtig ist. Ich bin keine Missionarin, aber ich habe eine Botschaft." Und diese bringt sie in den Handlungen ihrer Bücher, in den Charakteren ihrer Figuren unter. Allerdings ausgesprochen unterhaltsam. "Ich verpacke meine Überzeugungen und mein Wissen so, dass der Leser sich nicht belehrt fühlt."

Quelle: RP
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