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Mönchengladbach
Vom Segen und vom Fluch des Rebensaftes

Mönchengladbach. Die Sänger des Theaters, drei Mitglieder des Opernstudios und der Theaterchor gestalteten die festliche Operngala. Von Heide Oehmen

"Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr", mit diesem Trinkspruch von Wilhelm Busch verabschiedete sich Michael Grosse von einem beifallsfreudigen Publikum, das anlässlich der diesjährigen "Festlichen Operngala" den Theatersaal fast lückenlos füllte. Mit wohltuend knappen und auf den Punkt gebrachten Statements gab der Generalintendant dem Abend wieder eine besondere Würze.

Von Segen und Fluch des Weines handelten die Arien und Ensembles, denen sich die Sängerinnen und Sänger des Theaters, drei Mitglieder des Opernstudios und der Theaterchor widmeten. Die festlich gekleideten Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von GMD Mihkel Kütson sorgten mit der Ouvertüre zu Modest Mussorgskys "Der Jahrmarkt von Sorotschinsky" für einen stimmungsvollen Auftakt. Bei der Begleitung der Gesangsvorträge hätte der Dirigent seine Musiker des Öfteren zu einer dezenteren Spielweise animieren sollen - viele interpretatorische Feinheiten waren kaum wahrzunehmen. So Debra Hays' gemeinsam mit dem Damenchor so eingängig gestaltetes "Fröhlich Pfalz, Gott erhalt's" ("Vogelhändler"), Eva Maria Günschmanns Seguidilla der Carmen aus Bizets gleichnamiger Oper oder das "Liebestrank"-Duett (Donizetti) mit den ausgezeichnet gestaltenden Sophie Witte und Matthias Wippich.

"O Wein, Du vertreibst die Traurigkeit" schwärmte mit wohligem Baritonvolumen Rafael Bruck als Hamlet (aus der gleichnamigen Oper von Ambroise Thomas), sein Stimmkollege Andrew Nolen tat es ihm im Trinklied des Ralph ("Das schöne Mädchen von Perth" - Bizet) gleich, und vom tenoralen Glanz ihres Alfred (Michael Siemon) ließ sich die verliebte Rosalinde (Janet Bartolova) ("Fledermaus" - Johann Strauß) gerne mitreißen. "Trink nur zu"("Bettelstudent" - Millöcker) rieten mit der nötigen Lockerheit Amelie Müller, James Park und Shinyoung Yeo aus dem Opernstudio. Für das beliebte Trinklied des Falstaff ("Lustige Weiber" - Nicolai) erhielten Hayk Dèinyan und der Herrenchor viel Applaus, der sich nach der ob des vergifteten Trankes besonders tragischen Szene und Arie aus dem 4. Akt des "Troubadour" (Verdi) mit Izabela Matula und Johannes Schwärsky noch um einiges steigerte. Mit der Strauß'schen "Annenpolka", leitete die herrlich "beschwipst" spielende Debra Hays zu "Libiamo" ("Traviata" - Verdi) über - hier waren alle Mitwirkenden beteiligt.

Der Schlussapplaus war so heftig und ausdauernd, dass nicht nur "Im Feuerstrom der Reben"("Fledermaus"), sondern auch noch eine schwungvolle Orchesterzugabe gefordert wurde.

Quelle: RP
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