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Mönchengladbach
Was der Zuschauer wirklich sehen will

Mönchengladbach. Studierende der Hochschule Niederrhein haben die Aktivitäten und Erwartungen von Kulturinteressierten untersucht. Von Tim Specks

Kulturnutzungsverhalten.

Hinter diesem zugegeben etwas sperrigen Wort verstecken sich Fragen, die Programmdirektoren, Kulturmanager und Intendanten seit jeher umtreiben: Wofür interessieren sich Ausstellungsbesucher? Was wollen Kulturinteressierte wirklich sehen? Und vor allem: Welcher Typ Mensch besucht welche Art von Veranstaltung?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben sich fünf Masterstudierende des Kulturmanagements und der Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein zusammengetan und eine breit angelegte Studie zu Aktivitäten und Erwartungen - eben dem Kulturnutzungsverhalten - von Besuchern des BIS-Zentrums für offene Kulturarbeit angefertigt.

Herausgekommen sind dabei Erkenntnisse, die nicht nur dem BIS helfen, Ausrichtung und Aufmachung seines Kulturprogramms zu reflektieren. "Man sieht durch die Studie, was beim Zuschauer ankommt. Davon können auch andere Einrichtungen profitieren", sagt Hendrina Achten, eine der an der Studie beteiligten Studierenden.

Im Detail ließ die Studie, an der 311 Besucher diverser Veranstaltungen des BIS per Fragebogen teilnahmen, zum Teil Nebensächliches, zum Teil Interessantes erkennen. Bemerkenswert ist beispielsweise die Tatsache, dass vor allem die Atmosphäre und das weitere Publikum einer Veranstaltung wichtiger Faktor für die Bewertung durch die Zuschauer ist. Der Fakt, dass rund 14 Prozent der BIS-Besucher aus über 30 Kilometern Entfernung anreisen, steht laut Professor Dr. Jürgen Weintz, der die Studie betreute, für die Überzeugung der Menschen, im BIS gelungene Kulturarbeit zu finden. Am beliebtesten sind für die Befragten Veranstaltungen, die sich um Musik, Tanz und Bewegung drehen.

Im soziodemographischen Teil der Studie zeigten die Studierenden, dass 52 Prozent der Menschen, die das BIS besuchen, über 50 Jahre und 23 Prozent unter 25 Jahren alt sind. Einem vermutlich über die Jahre gewachsenen Stamm-Publikum steht also eine Gruppe von jungen Menschen gegenüber, bei der das BIS Aufbauarbeit leisten kann und sollte.

Für das Kulturzentrum selbst dient die Studie dazu, das eigene Tun einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu bewerten. "Wir haben erfahren, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber auch, wo wir noch Schwerpunkte setzen können", sagt Bärbel Lenz vom BIS.

Quelle: RP
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