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Mönchengladbach
Wie Nachhausekommen zu Weihnachten

Mönchengladbach: Wie Nachhausekommen zu Weihnachten
Die neunten Christmas Classics haben begonnen. Und sofort ist es da, dieses besondere Gefühl, welches die Konzertreihe in der Christuskirche so einzigartig macht. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Bekannte Weihnachtsklassiker, neu interpretiert: Das sind die neunten Christmas Classics der Remember Band in der Christuskirche. Zwei Stunden lang wechseln sich Feierlaune und Besinnlichkeit ab. Alle acht Konzerte sind ausverkauft. Von Christian Lingen

Tiefblau leuchtet der Nebel auf der Bühne in der Christuskirche. Pfarrer Werner Beuschel spricht einige weihnachtliche Worte. Ihm ist anzumerken, dass er sich auf die kommenden zwei Stunden freut, wie ein Kind auf die Bescherung. "Das ist hier wie im Wohnzimmer", sagt er. Dann erklingt Musik. Aus dem Nebel tritt die Remember Band, und Martin Heybeck stimmt den "Winterjam" an. Gleich danach wünscht Sandra Wolters, die mit ihrer gewellten blonden Mähne wie ein Weihnachtsengel wirkt, "Merry Christmas". Die neunten Christmas Classics haben begonnen. Und sofort ist es da, dieses besondere Gefühl, welches die Konzertreihe in der Christuskirche so einzigartig macht. Genau deshalb sind alle acht Konzerte ausverkauft.

Schon nach den ersten Liedern stellt sich Weihnachtsstimmung ein. Die Remember Band tut ihr Übriges dazu. Auf einer Akustikgitarre und einer Trommel interpretieren die Musiker das "Winter Wonderland" völlig neu. Das ist der Zauber der Christmas Classics: Weihnachtsklassiker, die jeder kennt, treffen Musikstile, die auf den ersten Blick nicht so recht zu passen scheinen und dann zu einer einzigartigen Komposition werden. So könnte der Stil, mit dem die Remember Band Bing Crosbys "White Christmas" untermalt, auch bestens zu einem Film von Edgar Wallace passen. Den rund 400 Mönchengladbachern, die im Innenraum und auf der Empore sitzen, gefällt´s, und die Band kommt immer mehr in Fahrt. "Das Konzert ist wie ein Nachhausekommen an Weihnachten", sagt Sänger Martin Heybeck. Wie recht er hat.

Auf ganz besondere Weise interpretiert Heybeck Judy Garlands "Have Yourself a Merry Little Christmas". In seinem silbernen Glitzeranzug sitzt er im Scheinwerferlicht auf einem Barhocker, umwabert vom Nebel. Bei Sandra Wolters hat es im vergangenen Jahr nicht so richtig geklappt mit den Weihnachtsgeschenken. Sie bekam nichts von dem, was sie sich gewünscht hat. Und so singt sie "Santa Baby", flirtet mit Keyboarder Michael Sommer und siehe da: Ihre Wünsche gehen in Erfüllung. Ein Weihnachtsmann bringt ihr Schmuck, einen Scheck und eine Federboa. Passend zum Nikolaustag singt sie danach "Santa Claus Is Coming to Town" das Publikum trommelt mit den Händen auf den Kirchenbänken. Die Band steigert sich regelrecht hinein in das Stück, und so wird nicht nur getrommelt. Das Publikum singt rhythmisch im Chor "Ooo-whoo", den Ruf, den wohl jeder aus dem Stones-Klassiker "Sympathy for the Devil" kennt.

"Felice Navidad", "Do They Know It's Christmas" und "We wish You a Merry Christmas" singt die Band im Mittelgang. Das Publikum steht, singt und klatscht. "Wenn wir hier im Gang sitzen, singen und die Leute uns anlächeln; das sind die Momente, die für mich jedes Mal so besonders sind", erzählt Sandra Wolters. Danach beginnt das große Finale, das im Zeichen des Swings steht. Dennis Tiborc am Saxofon, Michael Kuhl an der Trompete und Benjamin Degen an der Posaune betreten als Gastmusiker die Bühne. Das Trio gibt ein Orchester, das Big Band Sound vom Feinsten liefert. So erklingt Glenn Millers "In the Mood", gefolgt von "Stille Nacht". Höhepunkt ist der Auftritt von Bernd Liffers, der "Jingle Bells" als Rockversion auf der E-Gitarre spielt und vom Bläsertrio begleitet wird.

"Wir wären jetzt fertig", sagt Michael Sommer. Was folgt, sind Zugaben, die vom Publikum stehend gefeiert werden. Jetzt kann Weihnachten kommen.

Quelle: RP
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