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Mönchengladbach
Kunstverein: Glotzt nicht so romantisch

Mönchengladbach: Kunstverein: Glotzt nicht so romantisch
Heute ist die Ausstellungseröffnung im Kunstverein MMIII. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Glückliche Gesichter in den Räumen des Kunstvereins MMIII - fast ein Dutzend Studentinnen der Hochschule Niederrhein, ihre Professorin Waltraud Meints-Stender, der Londoner Kurator Lutz Becker und Klaus Schmitt vom Kunstverein strahlen. Zu Recht - ist doch ein ambitioniertes Projekt mit großem Erfolg auf der Zielgeraden angekommen. Heute eröffnen die Studentinnen die Ausstellung "Glotzt nicht so romantisch". Von Sigrid Blomen-Radermacher

Damit bringen sie ein Projekt zum Abschluss, das sie im Rahmen ihres Studiums der Kulturpädagogik und des Kulturmanagements über fünf Monate gemeinsam erarbeitet haben. Ihre Vorgabe: die Mappenwerke "Ecce Homo" und "Hintergrund" von George Grosz, dem bedeutendsten und bissigsten Zeichner seiner Zeit, des frühen 20. Jahrhunderts. Diese werden durch den Kurator Lutz Becker in einer Wanderausstellung gezeigt.

Die Studentinnen befassten sich in Arbeitsgruppen mit den Lithographien, mit ihrer formalen und inhaltlichen Qualität und nahmen sich die Freiheit, die Blätter neu zu interpretieren und sie dementsprechend in neue Zusammenhänge zu stellen. Dazu wählten sie sieben Schwerpunkte wie "Entfremdung", "George Grosz vor Gericht" oder "Berlin zwischen Geilheit, Frust und Lustmord". Zu jedem Schwerpunkt entstand ein kleiner Wandtext.

Waltraud Meints-Stender hob die eigenständige Arbeit der Studentinnen hervor. Das Projekt ist Teil ihres Lehr-Schwerpunktes "Kultur und Politik im öffentlichen Raum", in denen den Studierenden ermöglicht wird, die Räume der Hochschule zu verlassen und ein Arbeiten in denkbaren zukünftigen Wirkungsfelder zu erproben. Dazu gehörte neben dem inhaltlichen Arbeiten die Suche nach einem geeigneten Ausstellungsraum, Pressearbeit und die Suche nach Sponsoren.

Lutz Becker zeigte sich begeistert davon, wie junge Menschen heute, 100 Jahre später, Grosz' Blätter betrachten und die hohe politische Aktualität der Karikaturen herausstellen.

Die Ausstellung im Kunstverein MMIII, Künkelstraße 125, ist bis 25. Juli 2015 donnerstags von 17 bis 21 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Ein interessantes Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung. Infos unter: www.mmiii.de

Quelle: RP
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