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Mönchengladbach
Landgericht verabschiedet RP-Gerichtsreporterin

Mönchengladbach: Landgericht verabschiedet RP-Gerichtsreporterin
Lothar Beckers, Ingrid Krüger, Richter Helmut Hinz, Jörg Koewius, Landgerichtssprecher Fabian Novara und Jürgen Pankratz (von links). FOTO: G. Peters
Mönchengladbach. "Ich weiß heute nicht mehr genau, wann mich die vierte Gewalt in deiner Person, liebe Ingrid, überrollt und vereinnahmt hat" - so beginnen die Erinnerungen, die Joachim Banke, viele Jahre Sprecher am Landgericht Mönchengladbach für Ingrid Krüger, jahrzehntelang Gerichtsreporterin der Rheinischen Post, für sie niedergeschrieben hat. Krüger hat im Zuge ihres 80. Geburtstags im vergangenen Jahr tatsächlich beschlossen, journalistisch kürzer zu treten.

Gestern wurde sie am Landgericht verabschiedet. Vize-Präsident Jörg Koewius dankte ihr und betonte, dass sie trotz der notwendigen Verdichtung der Prozesse, stets die Faktenlage erfasst habe. "Meist war es so, dass verdiente Kollegen am Gericht verabschiedet wurden und sie darüber berichteten", sagte Richter Lothar Beckers und brachte den Satz nicht zu Ende: "Das war immer langweilig", warf die Geehrte ein - und hatte die Lacher sicher.

Ein echter Krüger. Denn mit ihrer Meinung hielt die Gerichtsreporterin, die 1960 mit ihrem Mann aus der DDR geflüchtet war, nie hinter dem Berg. Diesmal war es andersherum, Beckers verabschiedete Krüger. Sie habe stets noch in Prozessen gesessen, wenn Kollegen anderer Medien längst gegangen seien, "erfahren, kompetent, sachlich und nie reißerisch" habe sie berichtet. Sie sei so sehr zur Institution geworden, dass man einmal sogar nicht gemerkt habe, dass sie im nichtöffentlichen Teil noch immer im Saal saß.

"Wenn Sie mal fehlten, haben wir uns Sorgen gemacht", sagte Beckers und erinnerte an einige spektakuläre Fälle aus der gemeinsamen Zeit. Doch nie geht man so ganz - deshalb gab ihr Jürgen Pankratz, Leiter der Wachtmeisterei, ein Versprechen: In seinem Büro wird es immer einen Espresso für Ingrid Krüger geben.

(dr)
 
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