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Mönchengladbach
Landtagskandidaten stellten sich Bürgern

Mönchengladbach. In gut drei Wochen wählt NRW einen neuen Landtag. Der Kampf um die Wählerstimmen geht in die heiße Phase. Die Kandidaten von CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke des Wahlbezirks Nord stellten sich nun in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Windberger. "Die Chance, wählen zu dürfen, ist ein ganz großes Ding", sagte Moderator Ralf Jüngermann. Von Christian Lingen

"Die beitragsfreie Kita käme zur völlig falschen Zeit", sagt Jochen Klenner (CDU). Die aktuellen Gebühren seien kein Hindernis, sein Kind in eine Kita zu schicken. Der SPD warf er vor, mit dem Thema ein Wahlgeschenk zu machen. Angela Tillmann (SPD) sah das anders. "Bildung muss beitragsfrei sein. Und die fängt bei uns im Kindergarten an", erklärte sie. Rohat Yildirim (Linke) ging in dieselbe Richtung. "Wir müssen unseren Kindern den Weg geben, in die Zukunft zu kommen. Es ist genug Geld dafür da", sagte sie. Boris Wolkowski (Grüne) griff die Schulpolitik auf. "Wenn man sieht, dass dort das Internet nicht funktioniert, kann man nicht zufrieden sein", sagte er. Andreas Terhaag (FDP) fordert, die Schulen müssten moderner werden.

Für Angela Tillmann gehört dazu, dass Lehrer im Umgang mit dem Internet im Unterricht fortgebildet werden. Boris Wolkowski hingegen glaubt, dass genug Kompetenz vorhanden sei. Jochen Klenner erkannte, dass in der Vergangenheit von allen Parteien zu wenig für Schulen getan worden sei. Schwierig sei zudem das Thema Inklusion, wie Andreas Terhaag erkannte: "Wir haben zu schnell versucht, sie umzusetzen. Für die Schüler mit Handicap gibt es zu wenig Lehrer." Rohat Yildirim ist der Meinung, dass Lehrer damit überfordert seien, sich zusätzlich um Schüler mit Handicap und Flüchtlinge zu kümmern.

"Ich kann nachvollziehen, dass es ein Gefühl von Unsicherheit gibt. Deshalb wollen wir die Polizeipräsenz verstärken", sagt Angela Tillmann. Boris Wolkowski rief dazu auf, dass die Bürger selber die Augen offenhalten sollen. Eine Bürgerwehr meine er damit aber nicht. Andreas Terhaag fordert, dass die Polizei moderne Hilfsmittel brauche, um zum Beispiel Strafzettel zu verteilen. "Mehr Polizei reicht nicht. Sie muss auch effizienter werden", sagt hingegen Jochen Klenner. An einem normalen Abend seien in der Stadt maximal drei Streifenwagen unterwegs. Das sei zu wenig. Rohat Yildirim lehnt Polizeipräsenz in den Innenstädten ab. Das verunsichere die Menschen.

Die Probleme auf verstopften Autobahnen werden durch Baustellen noch verschärft. Doch das sei nur eine Momentaufnahme. Sind die Baustellen erst einmal fertig gestellt, wird es wieder besser. Da ist sich Angela Tillmann sicher. Boris Wolkowski sieht im Auto an sich ein Problem. Er ruft auf, stärker die Bahn zu nutzen oder auf Carsharing umzusteigen. Dann gebe es weniger Verkehr auf Autobahnen, und die Baustellen würden überflüssig. "In den vergangenen Jahren gab es Gelder für Autobahnen, aber NRW hatte keine Pläne. Deshalb musste das Geld zurückgegeben werden", sagte Jochen Klenner.

Rohat Yildirim griff die These von Boris Wolkowski auf. "Das Schienennetz muss attraktiver werden", sagt sie und fordert einen Nahverkehr ohne Fahrscheine. Andreas Terhaag erklärte, dass beim Thema Verkehr vieles getan werden muss. Das sei für Nordrhein-Westfalen als Wirtschaftsstandort wichtig.

Quelle: RP
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