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Mönchengladbach
Leben nach der Blasen-Operation

Mönchengladbach. Bei einer Veranstaltung der Deutschen ILCO können sich Betroffene, Angehörige und Interessierte über die Behandlung von Blasenkrebs und das Leben mit Stoma informieren. Von Angela Rietdorf

Es gibt Organe im Körper, über die gesunde Menschen nur nachdenken, wenn das Organ selbst sie dazu zwingt. Eines davon ist die Blase, die normalerweise allerdings sehr gut in der Lage ist, sich drängend in Erinnerung zu bringen. Aber es gibt Erkrankungen, die die Blase angreifen, ihre Funktion einschränken und schließlich zur Entfernung dieses Organs zwingen können. Die häufigste dieser Erkrankungen ist der Blasenkrebs.

Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung bösartiger Tumore in der Harnblase ist das Rauchen. Aber auch Menschen, die mit bestimmten Inhaltsstoffen von Farben in Berührung gekommen sind, erkranken häufiger an Blasenkrebs. Friseurinnen und Friseure gehören dazu. Insgesamt sind mehr Männer als Frauen von dieser Krebsart betroffen. Sind die Tumore nur oberflächlich, können sie entfernt werden, ohne dass die Blase beeinträchtigt wird. Dann sind allerdings regelmäßige Blasenspiegelungen zur Kontrolle notwendig.

Hat der Tumor aber schon die Muskulatur angegriffen, muss die gesamte Harnblase entfernt werden. 42 Mal ist das im vergangenen Jahr in der Urologischen Abteilung der Kliniken Maria Hilf geschehen. Danach muss für eine künstliche Harnableitung gesorgt werden. Dabei gibt es verschiedene Methoden: zum Beispiel die künstliche Formung einer Ersatzharnblase aus Teilen des Darms. "Dieses Verfahren kommt nur bei etwa zehn Prozent der Patienten in Frage", erklärt Dr. Martin Zaum, Oberarzt in der Urologischen Klinik des Maria Hilf. "Es ist mit viel Training und lebenslanger Begleitung verbunden." Es gibt die Möglichkeit, den Harn über den Dickdarm abzuleiten. Oder - und das ist die gängigste Methode - der Harn wird in einen Stomabeutel abgeleitet. Stoma nennt man sowohl den künstlichen Darmausgang als auch die künstliche Harnableitung.

Ein Leben als Stomaträger wirft viele Fragen auf und bringt auch Probleme mit sich. Deshalb lädt die Deutsche ILCO, die Selbsthilfevereinigung für Stomaträger, regelmäßig zu Informationsveranstaltungen ein. Die nächste Veranstaltung widmet sich dem Thema der Blasenentfernung. "Die Entfernung der Blase ist ein großer Einschnitt und bringt natürlich auch seelische Beeinträchtigungen mit sich", weiß Agnes Lohmann, Regionalsprecherin der Deutschen ILCO in der Region Rhein-Maas. Männliche Patienten fürchten vor allem um die Sexualfunktionen, denn bei der Blasen-OP wird auch immer die Prostata entfernt. "Wir wollen Betroffene und ihre Angehörigen gut informieren", erklärt Agnes Lohmann.

Deshalb hat sich die Selbsthilfegruppe mit dem Onkologischen Zentrum der Kliniken Maria Hilf zusammengetan und bietet nun ein umfassendes Programm an. Es geht um die Erkennung von Blasenkrebs, Fragen der Methode der Harnableitung und die Leistungen eines onkologischen Zentrums. Eine Stomatherapeutin gibt Tipps und ein Betroffener berichtet von den Problemen des Alltags. Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 1. Juni, in den Kliniken Maria Hilf, St. Franziskus (Konferenzraum). Sie beginnt um 15.30 Uhr und dauert bis 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: RP
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