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Mönchengladbach
Lebenshilfe feiert 50. Geburtstag

Mönchengladbach: Lebenshilfe feiert 50. Geburtstag
Der zweite Vorsitzende der Lebenshilfe, Heinz Rheinländer, wird vom Landesgeschäftsführer Herbert Frings geehrt. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Es ist normal, verschieden zu sein. Unter diesem Motto vertritt die Lebenshilfe die Interessen geistig Behinderter. Vor einem halben Jahrhundert wurde der Verein gegründet. Das wurde nun gefeiert. Von Eva Baches

Wie mag das wohl gewesen sein vor 50 Jahren, als sich engagierte Eltern am Küchentisch versammelten und die Lebenshilfe in Mönchengladbach gründeten? "Da lag ich im Bett. Ich war sechs Jahre alt.", erzählt Georg Haas. Seine Mutter war es, die zusammen mit anderen Eltern die Lebenshilfe gründete. "Sie hat die Notwendigkeit gesehen, wie wichtig es ist, dass Eltern mit einem behinderten Kind Hilfe bekommen. Wir waren acht Geschwister und haben oft auf unsere behinderte Schwester aufgepasst. Es gab lustige Episoden, aber auch viele Schwierigkeiten. Wer nicht mit Behinderten groß wird, kann sich das nicht vorstellen." Heute ist die Lebenshilfe aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. Es gibt vier Wohnstätten, in denen Menschen mit Behinderung mit Unterstützung ein selbstbestimmtes Leben führen können. Zudem erleichtern familienunterstützende Dienste den Schulbesuch und Freizeitangebote mit der Tour-Zeit.

Mit einem Aktionsplan feierte die Lebenshilfe dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Vorläufiger Höhepunkt war jetzt der Festakt im Haus Erholung. Die inklusive Band Workshop, ein Projekt der Werkstätten der Lebenshilfe Heinsberg, sprach mit dem ersten Song "Wir sind vom selben Stern" gleich das Motto der Lebenshilfe und des Abends an: "Es ist normal, verschieden zu sein". Menschen mit und ohne Behinderung feierten zusammen. Moderator Manni Breukmann führte locker durch den Abend und stellte statt vieler Reden einige Mitarbeiter und Ehrenamtler der Lebenshilfe in Interviews vor - allen voran den zweiten Vorsitzenden Heinz Rheinländer.

Seit 32 Jahren ist er im Vorstand aktiv, seine Bingonachmittage sind legendär. "Ich bin glücklich, dass ich das noch alles machen kann. Ich wünsche mir für die Zukunft nur, dass alles so weitergeht, wie es momentan läuft", sagte Rheinländer. Herbert Frings, Landesgeschäftsführer und Hauptgeschäftsführer unterstrich in seiner Rede seinen Respekt davor, was in 50 Jahren aus einer Elterninitiative entstanden ist und forderte auf, vom eingeschlagenen Kurs nicht abzuweichen. "Das ist ein mittelständisches Unternehmen. Ich ziehe den Hut davor, immer wieder den Mut zu beweisen, Investitionen zu tätigen. Es hat sich etwas entwickelt, und das müssen wir weiter vorantreiben. Seien sie weiter laut", sagte er.

Emotional wurde es auch bei der Ehrung langjähriger Mitarbeiter. Heinz Reinländer bat die drei Mitarbeiter Magret Bewert, Karl Graf und Michael Hering auf die Bühne. Und man merkte, hier stehen sich nicht Mitarbeiter und Vorstand gegenüber, sondern gute Bekannte. Heinz Reinländer wusste zu jedem Mitarbeiter eine Geschichte zu erzählen. "Du hast schon bei den Maltesern den Bus gefahren", sagte er zu Karl Graf, er kam 1991 zu der Lebenshilfe. Magret Bewert ist seit dem 1. Oktober 1991 an Bord und als gute Seele für die Hauswirtschaft zuständig. "Ich möchte noch weiter für die Bewohner da sein. Sie geben so viel zurück und haben mich nach dem Tod meines Mannes sehr aufgefangen", sagte sie.

Wie um das Gesagte noch zu unterstreichen, brachte Achim Busch aus dem Publikum großen Blumensträuße auf die Bühne. Er wohnt bereits 36 Jahre in einer Einrichtung der Lebenshilfe, und man merkte ihm die Freude über die Aufgabe deutlich an. Im Anschluss an den offiziellen Teil, gab es genügend Zeit zu feiern, klönen und lachen. "Wir wünschen uns, dass der Umgang mit Menschen mit Behinderung selbstverständlicher wird. Auch im Freizeitbereich. Die Berührungsängste müssen fallen. Dabei sein ist das Wichtigste", sagen Birgitt und Dirk Wieringer. "Ich wünsche der Lebenshilfe, dass sie weiter so gut läuft", sagt Dorothea Widlok.

Quelle: RP
 
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