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Mönchengladbach
Lebenshilfe wünscht sich mehr Inklusion

Mönchengladbach. Am Ringofen wurde am Wochenende das zehnjährige Bestehen einer Wohnstätte der Lebenshilfe und das 50-jährige Bestehen der Lebenshilfe gefeiert. Menschen mit und ohne geistige Behinderung genossen Kaffee, Kuchen, Musik und eine Tombola. "Selbstständig zu sein, nicht abhängig von Anderen zu sein, ist das, worauf wir hier in der Wohnstätte sehr achten", sagte Hausleiterin Elzbieta Jakubowski. In der Wohnstätte, die vor zehn Jahren eröffnet wurde, gibt es auf drei Etagen 20 Einzelzimmer, kleinere Küchen, eine Hauptküche, Gemeinschaftsräume, sowie einen Garten. Die Bewohner sind zwischen 24 und 74 Jahre alt. Von Nele Elson

Tagsüber arbeiten diese in einer Werkstatt und nutzen in ihrer Freizeit Angebote innerhalb der Lebenshilfe, wie zum Beispiel eine Stunde in chinesischer Bewegungslehre oder Kochen. Sie besuchen aber auch Veranstaltungen wie das Schützenfest oder sonntags den Gottesdienst.

Obwohl die Gruppe in Wickrath gut aufgenommen wurde, gibt es beim Thema Inklusion noch Bedarf. Das Fest am Samstag zum Beispiel stand auch den Nachbarn der Wohnstätte offen - aber es kamen nur wenige. Ziel der Lebenshilfe, die aus einer Elterninitiative heraus gegründet worden ist, ist es, den Bewohnern ein normales Leben zu ermöglichen.

Diesem Ziel sind sie näher gekommen, denn auch die Gesellschaft hat sich für das Thema sensibilisiert. Dennoch wünschen sich die Mitarbeiter für die Bewohner in Wickrath, dass die Inklusion ausgebaut wird. Für Menschen mit Behinderung ist es nämlich immer noch schwer, in der "Mitte der Gesellschaft" anzukommen. Oft bleiben sie und ihre Angehörigen unfreiwillig unter sich. Deshalb wünschen sich die Mitarbeiter der Lebenshilfe für die Bewohner der Wohnstätte mehr Angebote vonseiten der Stadt. Zu einem möglichst normalen Leben gehören auch Ausflüge und Urlaub. "Wir bestimmen für sie nicht. Wir holen die Angebote heran und dann entscheiden die Bewohner", sagt Elzbieta Jakubowski. Dieses Jahr waren sie in Bulgarien.

Auch der Umzug in die Wohnstätte vor zehn Jahren war ein Erfolg auf dem Weg der Verbesserung des Lebens für Behinderte. Im alten Wohnheim in der Hochstandenstraße mussten sich die Bewohner nämlich Zimmer teilen. Jetzt hat jeder sein eigenes Zimmer und für zwei bis drei Leute gibt es jeweils ein Badezimmer. Die Lebenshilfe betreibt zudem das Feierabendcafé Lebensraum an der Rüdigerstraße.

Quelle: RP
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