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Prozess in Mönchengladbach
Lebenslange Haft für Vater von getötetem Baby Leo

Prozess um getöteten Säugling Leo
Prozess um getöteten Säugling Leo FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Der kleine Leo starb mit nur 19 Tagen, weil ihn sein Vater gequält und geschlagen hat. Der 26-Jährige ist am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Mutter wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. 

Im Mordprozess gegen den Vater, der in Mönchengladbach seinen Säugling aus Eifersucht stundenlang gequält und erschlagen haben soll, ist am Dienstag das Urteil gefallen. Der Mann wurde wegen Mordes, Misshandlung von Schutzbefohlenen und schwerem sexuellem Missbrauch schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für den 26-Jährigen gefordert. Die Richter stimmten der Forderung zu. Damit kann der 26-Jährige nach 15 Jahren keinen Antrag auf frühzeitige Haftentlassung stellen. Die 25 Jahre alte Mutter verurteilten die Richter zu zwei Jahren auf Bewährung, weil sie nichts gegen die Misshandlung des Säuglings unternommen hatte. Die Staatsanwaltschaft prüft aktuell, ob gegen das Urteil gegen die Mutter Revision eingelegt wird. 

Die 25 Jahre alte Mutter soll sich bei dem Gewaltexzess nebenan im Schlafzimmer schlafend gestellt haben. Für sie forderte die Anklage sieben Jahre und sechs Monate Haft wegen Totschlags durch Unterlassen. Die Frau hatte in dem Verfahren ihr vorheriges Geständnis widerrufen.

Tötung durch Unterlassen sei nicht nachweisbar

Die Eltern des getöteten Leo sitzen am Tag der Urteilsverkündung im Gerichtssaal. FOTO: dpa, mjh gfh

Die Bewährungsstrafe für die Mutter des getöteten Säuglings begründet der Richter damit, dass man ihr nicht nachweise könne, dass sie von der Tötung ihres Kindes gewusst habe. Nur dann handele es sich um Tötung durch Unterlassen. Die 25-Jährige hatte während der Urteilsverkündung leise geweint. Im Saal war die Stimmung sehr aufgeladen. Bei der Urteilsverkündung begannen einige Zuschauer laut zu weinen, andere waren entsetzt über die Entscheidung des Gerichtes. 

Der Mann war laut Plädoyer der Anklage nach der Rückkehr von Frau und Kind aus dem Krankenhaus im Oktober 2015 immer eifersüchtiger geworden. Er habe in den Tagen vor dem Mord das Kind mit Milch verbrüht und geschlagen. Einmal habe der Vater seinem Jungen die Milchflasche tief in den Hals gedrückt und ihn so hart angepackt, dass er Blutergüsse bekam. Obwohl sie von den Misshandlungen wusste, habe ihm die Mutter in der Tatnacht das Kind überlassen. 

 

(gap/top/skr/lnw)