| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Letzte Ruhestätte in schwarz-weiß-grün

Mönchengladbach: Letzte Ruhestätte in schwarz-weiß-grün
Der Turn ist fertig. Da bröckelt nichts mehr. Im Innern der zukünftigen Grabeskirche wird jetzt gearbeitet. Ende des Jahres soll es die ersten Bestattungen geben. FOTO: Raupold, Isabella (ikr)
Mönchengladbach. Bis zu 4000 Urnenplätze wird es in der Grabeskirche an der Keplerstraße geben. Die Nordkapelle ist für Borussen-Fans reserviert. Von Inge Schnettler

Die Nachbarschaft hat sich an die Baustelle gewöhnt, an die entsprechenden Geräusche auch. Seit zehn Jahren wird an der Josefskirche, die alle Juppekerk nennen, gewerkelt. Der Turm ist fertig, große Teile des Gerüsts sind abgebaut worden, jetzt ist der Innenraum dran. Eine Grabeskirche entsteht hier mitten im Wohngebiet. Ende des Jahres sollen schon die ersten Bestattungen stattfinden. Bis dahin ist allerdings noch eine Menge zu tun. "Anfang der Woche sind Sicherheitsanker eingezogen worden", sagt Sabine Vennen. Die Verwalterin der zukünftigen Grabeskirche, die ihr Büro gleich gegenüber hat, erklärt: "Die äußeren Strebepfeiler können die Kirchenwände nicht mehr halten, weil sie selbst marode sind." Erst wenn deren Stabilität wieder hergestellt ist, können die Drahtseile, die den Kirchenraum durchspannen, wieder entfernt werden.

Derzeit hämmern und bohren die Steinmetze. Die Fenster werden einzeln ausgebaut, überarbeitet, gereinigt und wieder eingesetzt. Gestapelte Kartons stehen unvermittelt im Raum. "Damit simulieren wir die Urnenschränke", sagt die Verwalterin. Die großen im Mittelschiff werden 2,40 Meter hoch, die in den Seitenschiffen 1,80 Meter. Die Urnen verschwinden hinter Glastüren, die in allen Regenbogenfarben schimmern.

Und dann wird es in der Kirche noch eine ganz besondere Ecke geben. In der Nordkapelle, gleich links neben dem Haupteingang, werden die Urnentüren in schwarz-weiß-grün gestaltet. Und über den Schränken wird eine Lampe hängen - in Rautenform selbstverständlich. "Das wird die Bestattungskapelle für Borussenfans", sagt Sabine Vennen. Die Idee zur Borussenkapelle sei auf dem Patroziniumsfest geboren worden. "Damals war Borussias Präsident Rolf Königs als Gastredner bei uns." So kam das also.

Gerüste bestimmen das Innere der Kirche. Die aufeinander gestapelten Kartons simulieren die Urnenschränke. FOTO: Isabella Raupold

Bis zu 4000 Plätzen in der letzten Ausbauphase wird die Kirche aufnehmen können. Für Kinderbestattungen sind separate Urnenschränke im Bogengang rund um den Chor vorgesehen. Und über dem Altar wird eine Lichtinstallation auf das liturgische Zentrum des Raumes verweisen.

Zum 1. September vergangenen Jahres wurde die Kirche St. Josef entwidmet. Die Gemeindemitglieder waren traurig, sahen aber auch die Chance, das Kirchengebäude zu erhalten. Eine Alternative sahen die Verantwortlichen nicht. Die Kirche wäre verfallen. Denn das mehr als 100 Jahre alte Gebäude war sanierungsbedürftig. Die Gelder, die die Kirche aus den Urnenplätzen einnehmen wird, sollen in die weitere Renovierung fließen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Letzte Ruhestätte in schwarz-weiß-grün


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.