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Mönchengladbach
Liberale wählen Engel heute nicht mit zum Beigeordneten

Mönchengladbach. Der Kandidat überzeugt die FDP nicht, Grüne und Linke sind skeptisch. Auch in der CDU ist wenig Begeisterung. Von Dieter Weber und Ralf Jüngermann

Wenn sich Matthias Engel heute als neuer Beigeordneter und Nachfolger von Hans Jürgen Schnaß für acht Jahre wählen lässt, wird er wohl kein Traumergebnis bekommen. Drei SPD-Politiker können ihren Kandidaten nicht mitwählen, weil sie in der heutigen Ratssitzung (15 Uhr, Ratssaal des Rathauses Rheydt) bei der Wahl nicht dabei sein können. Die drei FDP-Ratsmitglieder werden ihm nicht ihr Vertrauen aussprechen. "Wir sind nicht von ihm überzeugt", sagt die liberale Fraktionsvorsitzende Nicole Finger.

Und auch in der CDU hat die Präsentation des SPD-Kandidaten wenig Begeisterung ausgelöst. Der Fraktionsvorsitzende Hans Peter Schlegelmilch schwor zwar am Montag die CDU-Ratsmitglieder ein, die Wahl mitzutragen. Ob das für alle CDU-Stimmen reichen wird, ist nicht vollends sicher. Die Mehrheit von CDU und SPD ist indes so satt und die Gesamtstimmung in der Großen Koalition so gut, dass die Engel-Wahl nicht zur Zitterpartie wird.

Bei den Liberalen hat Engel keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. "Er hat zuletzt in einer sehr kleinen Stadt gearbeitet und konnte uns auf Nachfrage keine konkreten Handlungsfelder erläutern, die er hier in Mönchengladbach anpacken will", sagt Finger. Die Liberalen haben sich bei Parteifreunden in Horn-Bad Meinberg (17.000 Einwohner) über Engel erkundigt. Finger: "Sie haben ihm kein gutes Zeugnis ausgestellt. Diese Einschätzung ist für uns sehr wichtig."

Grüne und Linke geben die Abstimmung frei. Man habe keine Mitwirkungsmöglichkeit, die Entscheidung von CDU und SPD stehe doch längst fest. "Erst am Montagabend haben wir eine Liste mit den Kandidaten bekommen, die sich außerdem noch beworben haben. Gleichzeitig hat sich Herr Engel vorgestellt. Die GroKo interessiert doch nicht, für welchen Kandidaten wir sind", sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Karl Sasserath. Linke-Fraktionsvorsitzender Torben Schultz: "Engel war im Gespräch nett. Aber thematisch gibt es zu uns keine Anknüpfungspunkte." Die drei Ratsmitglieder der Linken werden sich vermutlich der Stimme enthalten.

Engel ist Jurist, war Mitarbeiter eines SPD-Bundestagsabgeordneten und Leiter Immobilien der Karstadt Vermietungsgesellschaft. 2012 wurde er zum Beigeordneten von Horn-Bad Meinberg berufen. Hier wollte er Bürgermeister werden, scheiterte aber. Engel hatte sich auch als Kreisdirektor in Siegen-Wittgenstein beworben. Engel wird als Personaldezernent viel Einfluss haben; zudem ist er für Bürgerservice, Ordnung und Feuerwehr zuständig.

Quelle: RP
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