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Mönchengladbach
Licht und Bewegung in der Galerie Löhrl

Mönchengladbach: Licht und Bewegung in der Galerie Löhrl
Die großformatige Buntstiftzeichnung von Milen Miltchev ist in der aktuellen Ausstellung der Galerie Löhrl zu sehen. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Drei Künstler werden in den Räumen an der Kaiserstraße vorgestellt - Milen Miltchev, Jan Kromke und Dirk Salz. Da gibt es Glänzendes, Weites und Feuriges. Eines ist sicher: Stress und Hektik bleiben draußen. Ein Rundgang. Von Inge Schnettler

Es macht Sinn, die drei aktuellen Ausstellungen der Galerie Löhrl nach und nach in Ruhe zu durchwandern. Drei Künstler haben jeweils eigene Räume in den drei Häusern an der Kaiserstraße, in denen Dietmar und Christian Löhrl residieren. Sie sind räumlich getrennt, zwischen den Werken von Jan Kromke, Milen Miltchev und Dirk Salz scheint aber ein verbindender Geist zu schwingen. Licht ist wichtig, die Perspektive des Betrachters, die Platzierung im Raum. Ruhig sind die Präsentationen, angenehm. Der Stress kann draußen bleiben. Bleibt er auch tatsächlich. Fast meditativ wirken sich die Bilder, Fotografien und Objekte auf den Besucher aus. Das kann nicht schaden.

Dirk Salz zeigt seine höchst ästhetischen monochromen Bilder. Die nicht im herkömmlichen Sinn Bilder sind. Vielmehr arbeitet er mit Epoxidharz auf Multiplexplatten. Das Harz durchsetzt der Künstler mit Pigmenten, legt Schichten übereinander und schafft so scheinbare räumliche Tiefen. Je nach Verlauf verteilen sich die Pigmente gleichmäßig auf der Fläche, oder die Farbe konzentriert sich auf begrenzte Teile der Fläche. Es entstehen klare geometrische Strukturen. Epoxidharz ist transparent und entwickelt beim Trocknen eine glatte glänzende Fläche, in denen sich die Umgebung und natürlich auch der Betrachter spiegeln. Gelegentlich poliert Dirk Salz, der in Mühlheim lebt, die Oberfläche. Dann wird sie stumpf. Was wie ein Widerspruch klingt.

Die Arbeiten von Jan Kromke entstammen der Naturbetrachtung. Der Künstler, der in Dresden lebt, ist in vielen Ländern unterwegs - in Chile, Norwegen, Island, in Patagonien. Er lässt sich von den Landschaften bezaubern und speichert die Bilder. So, wie seine Erinnerungen nach und nach diffuser werden und verblassen, wirken die Darstellungen auf seinen Landschaftsbildern. Der meist verschwommene Horizont bestimmt die Bilder, teilt sie in oben und unten, Himmel und Erde beziehungsweise Himmel und Wasser. Wie Nebellandschaften wirken die ruhigen Flächen, die Jan Kromke mit feinem Pinsel in bis zu 25 Schichten übereinander entstehen lässt. Gelegentlich durchbrechen geometrische Figuren die Stille. Sie schieben sich ins Bild wie Bergmassive. Ruhe liegt über allem.

Milen Miltchev gehört zu den Gladbacher c/o-Künstlern. Sein Thema ist das Licht. Für die Wirkung seiner Boden- und Wandobjekte aus Aluminium oder Plexiglas spielt es eine entscheidende Rolle. Miltchev macht aber auch Lichtquellen selbst zu seinem künstlerischen Thema. In seinen Bildern lässt er Fackeln aufflammen, die das tiefe Dunkel mit ihrem Licht durchdringen. In anderen Kompositionen sind Petroleumlampen zu sehen. Ganz besonders sind die Buntstiftzeichnungen des Künstlers. In feinsten Linien gestaltet er beispielsweise einen großformatigen weiblichen Frauenakt (siehe Foto). Eigentlich unfassbar, dass er mit dieser Technik eine solche Körperlichkeit schaffen kann. Das fließende Haar fällt sanft auf die scheinbar warme, zarte Haut. Da ist Licht, da ist Bewegung, da ist Leben.

Die Präsentationen von Dirk Salz, Jan Kromke und Milen Miltchev sind bis zum 4. November zu sehen. Kontakt: Galerie Löhrl, Kaiserstraße 58, 02161 200762, info@galerieloehrl.de, www.galerieloehrl.de, Öffnungszeiten: Di bis Fr, 13 - 18 Uhr, Sa, 10 - 14 Uhr, So auf Anfrage

Quelle: RP
 
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