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Mönchengladbach
Linke wollen Sirenennetz früher ausbauen - wegen Kernkraftwerken

Mönchengladbach. Wegen der "akuten Sicherheitsgefahr, die von den umstrittenen, hochgefahrenen belgischen Kernkraftwerken ausgeht", müsse schnellstmöglich ein flächendeckendes Warnsystem realisiert werden. Das fordert die Fraktion Die Linke. Deshalb beantragt sie, den geplanten Ausbau des Sirenennetzes vorzuziehen. Von Gabi Peters

Im November hat der Rat beschlossen, über zehn Jahre ein flächendeckendes Netz mit insgesamt 60 bis 100 Sirenen aufzubauen. Ab diesem Jahr sollen jährlich circa zehn Sirenen angeschafft und installiert werden. Derzeit wird die Bevölkerung durch den mobilen Einsatz von 23 Warnfahrzeugen alarmiert. Die grauen Sirenen sind seit dem Ende des Kalten Krieges nach und nach aus der Stadt verschwunden. Im kompletten Stadtgebiet gibt es nur noch zwei Sirenen. Die befinden sich am Flughafen. Auslöser für die Rückkehr der alten Warnanlagen ist ein Erlass des Landes NRW. Kommunen müssen bei Großschadensereignissen ein leistungsfähiges Warnsystem für die Bevölkerung vorhalten. "Bedingt durch den langen Informationsweg im Falle eines atomaren Unfalls in einem belgischen Atomkraftwerk und abhängig von der Windrichtung und -stärke kann das Zeitfenster für präventiven Katastrophenschutz sehr klein werden", so die Linke. Deshalb könne man sich nicht auf den Einsatz der vorhandenen Warnfahrzeuge verlassen. Das neuerliche Anfahren der belgischen Altmeiler Tihange II und Doel III sowie die Laufzeitverlängerung um zehn Jahre bei den Blöcken Tihange I, Doel I und Doel II mache das Vorziehen des flächendeckenden Sirenennetzausbaus zur Gefahrenabwehr dringend erforderlich, sagt Fraktionschef Torben Schultz.

Die Aufträge zur Installation und Wartung der ersten zehn neuen Sirenen sollen jetzt ausgeschrieben werden. 100.000 Euro stehen in diesem Haushaltsjahr dafür zur Verfügung. Die Feuerwehr hat bereits die Standorte für die Warnanlagen ausgeguckt.

"Sie sollen auf hohe öffentliche Gebäude wie das Verwaltungsgebäude an der Aachener Straße, Krankenhäuser und Wasserturm kommen", sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Doch erst müsse getestet werden, ob an diesen Standorten die notwendige Lautstärke erreicht wird.

Quelle: RP
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