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Mönchengladbach
Luftig, übersichtlich, robust: So wird der neue Platz vor dem Minto

So soll der neue Cityplatz in Mönchengladbach aussehen
So soll der neue Cityplatz in Mönchengladbach aussehen FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Sie haben acht Stunden getagt und sich dann mit großer Mehrheit entschieden: Die 17 Jurymitglieder vertrauten einem Entwurf des Münchener Büros Lohrer/Hochrein für die Neugestaltung der Fläche vor dem Einkaufszentrum Minto. Von Dieter Weber und Lioba Müller

Und Professor Martin Hoelscher als Vorsitzender des Preisgerichts empfahl OB Norbert Bude: "So sollte die Stadt den Platz bauen." Zwar sind noch einige Details zu klären, doch der Entwurf gefiel auch Bude: "Das ist gelungen." Die Entscheidung, ob das Vorhaben so umgesetzt wird, liegt beim neuen Stadtrat.

Doch was macht den Plan aus, dass er sich gegen weitere 14 Entwürfe durchsetzte? Er ist schlicht. Er verzichtet auf modische Accessoires. Er ist luftig. Und er wirkt in seiner Einfachheit elegant. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerbsteilnehmern verzichten die Münchener auf Aufbauten. Sie führen den Passanten trotz der besonderen topographischen Struktur des Platzes vor dem Sonnenhaus - hier steht das Ausweichquartier vis-à-vis - vom Eingang des Minto in einer ruhigen Linie bis zu einem Kreisel an der Stepgesstraße. In umgekehrter Richtung kommt der Spaziergänger in die Abteistraße, die leicht nach Norden versetzt wird.

Keine Ampeln, keine Verkehrszeichen, keine durchgehende Busspur

Der Hans-Jonas-Park öffnet sich, wirkt nicht steril und abgewandt vom Geschehen auf der Hindenburgstraße. Damit eine Kante entsteht, soll der Park eine kleine Hecke bekommen. Zwei Baumgruppen auf dem neuen Platz sorgen dafür, dass sich die Stadt nicht in den Park erstreckt und der Park nicht in die Stadt wächst - so Hoelscher. Beim Verkehr gilt das, was als "Shared Space" die Planungsphilosophie beherrscht: Es gibt keine Ampeln, keine Verkehrszeichen - alle Verkehrsteilnehmer bewegen sich gleichberechtigt im Raum. Das gilt auch für die Busse, die über die Hindenburgstraße fahren. Dass es 900 täglich sind, verblüffte Hoelscher. "Es wird nach diesem Plan jedenfalls keine durchgehende Busspur geben."

Derzeit läuft eine Untersuchung, die Aufschluss geben soll, wie künftig das Busnetz aussehen kann. Fest steht: Wenn der Rat vor der Sommerpause den Entwurf durchwinkt, wird der erste Teil vor dem Einkaufszentrum bis zur Eröffnung des Minto Frühjahr 2015 verwirklicht werden. Alles weitere kann erst umgestaltet werden, wenn das vis-à-vis abgebaut ist. Planungsdezernent Andreas Wurff ist sich sicher: "Anfang 2016 ist der Platz fertig."

Quelle: RP
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