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Mönchengladbach
Macbeth: Faszination des Grauens

Mönchengladbach: Macbeth: Faszination des Grauens
Shakespeares Tragödie "Macbeth" hat am 7. Mai Premiere in Mönchengladbach. FOTO: Stutte
Mönchengladbach. Shakespeares düstere Tragödie um Macht, Mord und Wahn hat am kommenden Sonntag Premiere im Theater. Der türkisch-deutsche Regisseur Hüseyin Michael Cirpici inszeniert "Macbeth". Von Dirk Richerdt

Schauspieldramaturg Martin Vöhringer stimmt die Zuschauer, die alle Tische im Theatercafé Linol besetzt haben, zu Beginn der Matinee ein: "Es handelt sich um ein schwarzes, düsteres Stück." Gemeint ist Shakespeares 1606 in London uraufgeführte Tragödie "Macbeth". Sonntag, 7. Mai, 19.30 Uhr soll Premiere sein, der türkisch-deutsche Regisseur Hüseyin Michael Cirpici inszeniert das Drama um Macht und Mord und Wahn.

Kann der Feldherr Macbeth in dem "Scottish Play", dessen Titel britische Schauspieler ungern aussprechen, infolge seiner Mordtaten nicht mehr schlafen, hat der in Krefeld geborene Regisseur Cirpici ganz andere Probleme. Offen gibt Vöhringer zu: "Er hat Probleme mit öffentlichen Auftritten, deswegen ist er heute leider nicht hier." Auch Bühnenbildnerin Sigi Colpe sowie die Musikerin Julia Klomfaß glänzen durch Abwesenheit. Dennoch gelingt Vöhringer und den Schauspielern Eva Spott (Lady Macbeth), Michael Ophelders (Banquo) und Paul Steinbach (Macbeth) eine eindrucksvolle Präsentation des Stücks, wobei besonders Vöhringer von Gesprächen mit Cirpici und der Krefelder Aufführungsserie in der vorigen Spielzeit profitieren kann. Die Generäle Macbeth und Banquo kehren aus einer Schlacht zurück. Da begegnen ihnen drei Hexen, die eine Prophezeiung verheißen: Macbeth wird König werden, dennoch heiße der nachhaltige Stammvater folgender Königsgeschlechter Banquo. Mit Hilfe seiner machtgierigen Frau bringt Macbeth den amtierenden König Duncan um und lässt, um den zweiten Teil der Vorhersage zu umgehen, seinen Freund Banquo abschlachten.

"Es ist ein schwarzes, düsteres Stück", sagt der Dramaturg. FOTO: Stutte

Eva Spott, die im Stück die Lady Macbeth spielt, fasst den Verlauf der Ereignisse zusammen: "Die Sache wird immer mehr zum Alptraum." Die anfänglichen moralischen Hemmungen, die späteren heftigen Gewissensbisse Macbeths schildert der Dichter so geschickt, "dass die Zuschauer Empathie, ja Sympathie für Macbeth zu empfinden", glaubt Vöhringer. Der Dramaturg spricht von einer "Faszination des Grauens". Eva Spott betont, sie habe bei der Arbeit an ihrer Rolle etwas Wichtiges gelernt, das sie jedem Diktator als Mahnung mitgeben wolle: "Der Zugewinn an Macht kann immens sein, aber dazu kommt schlimmster Stress und das Glück verschwindet."

Shakespeares Bühnenthriller, der mit Wahnsinn und Tod der Usurpatoren endet, habe bleibende Aktualität. Vöhringer: "Bei Shakespeare kann man Diktatoren unserer Zeit genau charakterisiert finden." Für die Inszenierung hat das Regieteam die Übersetzung von Thomas Brasch herangezogen.

Premiere Sonntag, 7. Mai, 19.30 Uhr, Theater. Weitere Vorstellungen: 11., 12., 20., 21., 24. Mai; 20., 30. Juni; 8., 14. Juli 2017. Kartenbestellung: Telefon 02166 6151-100

Quelle: RP
 
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