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Mönchengladbach
Magische Momente in der Zauberschule

Mönchengladbach: Magische Momente in der Zauberschule
Die Zauberschüler bereiten sich in der Helios Zauberschule von Hansmichael Hähle auf das Treffen mit Nicolei Friedrich vor. Luis zeigt schon mal seine Tricks. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. David Copperfield und die Ehrlich Brothers sollten sich besser warm anziehen - denn der Nachwuchs steht bereits in den Startlöchern. Magier Hansmichael Hähle alias Helios führt Kinder in die Geheimnisse der Täuschung ein. Von Simone Krakau

Leise tönt spannungserzeugende Musik im Hintergrund, an dem roten, glitzernden Vorhang hängt eine weiße Eule à la Harry Potters Hedwig. Gespannt schauen die jungen Zauberschüler auf ihren Kollegen Henri. Selbstbewusst präsentiert dieser den Kartentrick "Ihre Karte heißt...", ein mentaler Trick, bei dem der Zauberschüler vorgibt, die Gedanken des Publikums lesen zu können. An diesem Trick hat er einen Monat lang gearbeitet - ihn sozusagen perfektioniert. Denn die Hausaufgabe aus der letzten Stunde hieß: Zeige deine eigene kleine Zauber-Show.

Einmal im Monat treffen sich die jungen Zauberer und ihr Zauberlehrer Helios für drei Stunden in Helios' Zauberschule an der Wienenfeldstraße. Hier kümmert sich der Magier vorrangig um die Nachwuchsförderung für den Ortszirkel Mönchengladbach, den "MAGICulum". Er selbst ist seit mehr als 30 Jahren Zauberer und Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland. In einer zwei- bis dreijährigen Ausbildung bereitet der Chemie-Ingenieur im Ruhestand die zehn Zauberschüler auf die Aufnahmeprüfung des Magischen Zirkels von Deutschland vor. Als Allererstes lernen die Zauberlehrlinge, sich zu präsentieren. "Die Gestik und Mimik sowie ein selbstbewusstes Auftreten sind hier besonders wichtig", sagt Hähle.

Neben den klassischen Übungsnachmittagen mit ihrem Zauberlehrer treffen die Schüler in ihrer Ausbildung auch auf Gast-Zauberer und unternehmen gemeinsame Ausflüge. Bis zur Aufnahmeprüfung lernen die Kinder und Jugendlichen um die 50 Zauberstücke. Sobald Hähle das Gefühl hat, dass einer seiner Lehrlinge bereit für die Prüfung ist, darf diese vor einer dreiköpfigen Profi-Jury des Ortszirkels abgelegt werden. Die Prüfung selbst bestehe aus einem Theorie-Teil, Griffen und Techniken sowie einer halbstündigen Präsentation, sagt Helios. "Ohne viel Übung klappt es nicht."

Der zehnjährige Finn gehört der Jugendgruppe nun seit einem Jahr an. Er hat noch ein wenig Ausbildungszeit vor sich. Dennoch präsentiert er seinen Kartentrick "Vier beste Freunde" wie ein Profi. Vielleicht liegt es auch daran, dass Finn bereits Bühnenluft schnuppern durfte. Denn bevor er sich für die Jugendgruppe entschied, durfte er den Ehrlich Brothers bereits assistieren. "Ich wurde auf die Bühne geholt und habe vor 2250 Leuten einen Orangenbaum wachsen lassen", erzählt er stolz. Daraufhin schenkte ihm sein Vater einen Zauberkasten. Für Finn war von da an klar: "Ich möchte zaubern." Am liebsten macht er Gedankenlesetricks, bei denen er die Zuschauer mental beeinflussen kann.

Um aber als Zauberer nicht in der Masse unterzugehen, sei es besonders wichtig, einen ganz eigenen Stil zu entwickeln, sagt Hähle. Seine Zauberschüler haben das bereits umgesetzt: Erik alias Luigi spricht mit italienischem Akzent, Magic Philippe tritt nur im Sakko auf, und Luis legt seinen knielangen Mantel in Kuhfelloptik nur ungern ab.

Die nächste magische Exkursion führt "MAGICulum" am 26. Januar in das Rote Krokodil. Dort tritt Nicolai Friedrich, einer der weltbesten Mentalmagier und ehemaliger Weltmeister, mit seinem Programm auf. Vorab haben die jungen Schüler die Möglichkeit, den Zauberer persönlich zu treffen und sich den ein oder anderen hilfreichen Tipp für ihre eigene Zauber-Karriere abzuholen.

Vor der Aufnahme in die Jugendgruppe bietet Hähle in seiner Schule einen zehnstündigen Basiskurs an. Bei Kindern im Alter von neun bis zehn Jahren sei es empfehlenswert, dass ein erwachsenes Familienmitglied das Kind begleitet, sagt er.

Weitere Informationen zu den Kursen und der Jugendgruppe gibt es auf www.zauber-helios.de, per Mail unter haehle-helios@t-online.de. Informationen zum Magischen Zirkel findet man auf www.mzvd.de.

Quelle: RP
 
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