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Mönchengladbach
Mano nella Mano - Individualität mit Nachhaltigkeitsanspruch

Mönchengladbach: Mano nella Mano - Individualität mit Nachhaltigkeitsanspruch
"Ein hochspannendes Projekt" nennt Produktdesignerin Ghazal Schneider das kleine Unternehmen Mano nella Mano. FOTO: Angela Rietdorf
Mönchengladbach. Die Nähmaschine rattert: Aus einer alten Jeans entsteht eine Umhängetasche mit viel Stauraum. Die Hosenbeine werden abgeschnitten, die Öffnungen vernäht, am Bund werden Lederbänder als Trageriemen angebracht. Dafür werden ausgemusterte Gürtel benutzt. Währenddessen sitzt Produktdesignerin Ghazal Schneider am PC und überlegt, was man aus den großen Filzrollen, die mal als Dämmmaterial verwendet werden sollten, herstellen könnte. Ihre Idee: Aus dem weichen Material können Schlafplätze für Hund oder Katze entstehen. Von Angela Rietdorf

"Ein hochspannendes Projekt", sagt Schneider, die schon in anderen Unternehmen als Designerin gearbeitet hat. "Es ist etwas völlig anderes, aus vorhandenen Materialien etwas zu kreieren." Das gerade ist der Anspruch des kleinen Unternehmens Mano nella Mano: aus Gebrauchtem oder für andere Zwecke Hergestelltem etwas Neues zu machen. Upcycling nennt sich das heute und wird inzwischen von vielen großen Modelabels eingesetzt. Mano nella Mano aber bleibt einzigartig, denn hier geht es nicht nur um Nachhaltigkeit und Kreativität, sondern auch noch um Integration.

Das kleine Unternehmen mit zwei Nähern und einer Designerin ist eine Neugründung der Stiftung Hephata. Damit sollen Arbeitsplätze für Menschen geschaffen werden, die nicht so ohne weiteres eine Stelle auf dem regulären Arbeitsmarkt finden. Elke Ipp, bei Hephata für die Second-Hand-Läden zuständig, hatte die Idee.

"Wir haben in den Läden viel gute Ware, die aber nicht mehr zu verkaufen ist", erklärt sie. "Entweder, weil sie einen kleinen Fehler hat oder weil sie modisch nicht mehr aktuell ist." Aus dieser Ware lassen sich mit Kreativität und Nähkunst Produkte herstellen, die durch ihre Individualität auf- und gefallen. "Kleine Produkte für den Alltag" nennt das Ghazal Schneider. Als Designerin ist sie für die eigentliche Produktentwicklung zuständig. Bisher produziert das kleine Unternehmen für den Direktvertrieb, plant Stände auf Weihnachts- und Kreativmärkten und arbeitet an einem Internetauftritt. Noch mangelt es zwar an größeren Aufträgen aus der Industrie, doch auch dafür sieht sich Mano nella Mano gut aufgestellt. Und die Beteiligten haben große Pläne - und eine Vision: ein Ladenlokal mit angeschlossenem Atelier, wo Kunden kaufen, aber auch sehen können, wie die Produkte entstehen.

Wachsen will das Unternehmen ebenfalls. "Bis zu sechs Mitarbeiter an der Nähmaschine könnten wir beschäftigen", sagt Ipp. Mano nella Mano soll nicht nur nachhaltig und integrativ arbeiten. "Wir passen mit unserer Ausrichtung zur Textilstadt Mönchengladbach", sagt Ipp mit Blick auf die gerade ganz in der Nähe entstehende Textilakademie.

Quelle: RP
 
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