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Mönchengladbach
Marktplatz der Nettigkeiten

Mönchengladbach: Marktplatz der Nettigkeiten
Gladbach gewinnt - für diese Veranstaltung, die im November zum dritten Mal stattfindet, warben nun (v.l.): Frank Polixa, Dieter Euler, Birgit Neuss, Klaus Petzold, Norbert Schoeller, Rolf Brosch, Ursula Baum. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Tausche Handwerksleistung gegen Chauffeurdienst bei der Weihnachtsfeier - nach diesem Prinzip finden Unternehmen und Institutionen beim Marktplatz "Mönchengladbach gewinnt" zusammen. Nur Geld ist tabu. Von Angela Rietdorf

Klaus Petzold ist beim letzten Mönchengladbacher Marktplatz ein wenig leichtsinnig gewesen - er hat sich durch seine Arbeitskleidung als Gärtner zu erkennen gegeben. Entsprechend groß war der Ansturm auf ihn. Ob Kita oder Altenheim - Gärten zum Pflegen und Gestalten haben sie alle. Und viele wollten sich gern die Hilfe eines Garten-Profis sichern. "Gartenarbeit ist zeitintensiv, und für etliche Aufgaben braucht man große Maschinen", erklärt der Gartenbau-Spezialist. "Da stoßen auch engagierte Eltern oder ehrenamtliche Helfer an ihre Grenzen." Er entschied sich für die Zusammenarbeit mit dem DRK-Altenheim am Volksgarten und legte ein neues Staudenbeet an.

Klaus Petzold mit seinem Betrieb Gartenvisionen war einer der Teilnehmer des letzten Mönchengladbacher Marktplatzes im Jahr 2014. Die Idee dahinter: eine Kontaktbörse für gesellschaftliches Engagement zu schaffen und Unternehmen und gemeinnützige Institutionen zusammenzubringen. Jeder der Teilnehmer sucht etwas und bietet etwas an - Sachmittel oder Dienstleistungen. Die einzige Bedingung: Alles soll unentgeltlich funktionieren. "Geld ist tabu", erklärt Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa, der die Idee der Tauschbörse in Mönchengladbach einführte. Auf eine Leistung erfolgt eine Gegenleistung. Zum Beispiel: Das Bauunternehmen Jessen zieht eine Mauer beim SKM in Rheydt ein. Der SKM übernimmt daraufhin den Fahrdienst für die Mitarbeiter des Unternehmens nach der Weihnachtsfeier. Der Büroeinrichter H. Vitz druckt 700 Broschüren für das Zentrum für Körperbehinderte, die Kinder der zugehörigen Kita dekorieren den Weihnachtsbaum des Unternehmens. "Das ist eine tolle Sache und eine echte Win-win-Situation", sagt Rolf Brosch, Geschäftsführer des Büroeinrichters. "Wir sind echte Wiederholungstäter und beim nächsten Mal auch wieder dabei." Beim letzten Mal wurden Leistungen im Wert von 95.000 Euro getauscht. 90 Unternehmen und soziale Einrichtungen machten mit und schlossen 123 Vereinbarungen ab.

Die nächste, dann dritte Auflage des Marktplatzes "Mönchengladbach gewinnt" wird am 2. November 2016 stattfinden. Bereits jetzt haben sich 25 Unternehmen und Institutionen angemeldet. Es ist aber noch viel Platz für weitere Teilnehmer. Wer mitmachen möchte, wird in einem Workshop auf die Veranstaltung vorbereitet. "Es wäre schön, wenn noch mehr Handwerker dazu kommen könnten", sagt Frank Polixa. Handwerk hat nicht nur goldenen Boden, sondern ist auch auf Tauschbörsen sehr begehrt, wie Klaus Petzold erfahren konnte. Er hat übrigens auf dem Mönchengladbacher Marktplatz auch noch einen Auszubildenden gefunden. "Ich hatte dort Kontakt mit einem Ausbildungspaten, der mir einen Schüler als Praktikanten vermittelt hat", erklärt der Gartenbau-Profi. "Das hat so gut gepasst, dass er jetzt bei uns eine Ausbildung beginnt." Noch mehr "Win-win-Situation" geht eigentlich nicht.

Wer Kontakt aufnehmen oder sich zum dritten Mönchengladbacher Marktplatz im November anmelden möchte, kann dies im Internet unter der Adresse www.gladbach-gewinnt.de tun.

Quelle: RP
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