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Mönchengladbach
Mehr als 1500 Gladbacher räumen auf

Mönchengladbach: Mehr als 1500 Gladbacher räumen auf
Rund 80 Kinder der katholischen Grundschule Ohler haben zusammen mit ihren Eltern und Lehrern das Schulgelände aufgeräumt. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Frühjahrsputz 2016: Ausgerüstet mit Müllzange, Gummihandschuhen und blauen Abfalltüten haben am Samstag rund 90 Gruppen, darunter viele Vereine, Schulen und Bürgerinitiativen, in Mönchengladbach aufgeräumt. Von Milena Remus

Auch in diesem Jahr stießen die Gladbacher beim Frühjahrsputz wieder auf besondere Fundstücke. "Das Skurrilste, was wir erleben durften, war ein Kollege, der mit einem Staubsauger an der Leine ankam", erzählt Uwe Goers, zweiter Vorsitzender des Vereins Wanderfreunde MG, belustigt, "Monitore, Teppiche und sogar Unterwäsche: Wir haben hier fast einen kompletten Haushalt." Seit acht Jahren in Folge machen die Wanderfreunde nun schon gemeinsam mit dem St. Josefshaus die Stadt sauber und konzentrieren sich dabei auf die eigenen, permanent betriebenen Wanderwege zwischen dem Hardter Wald und Winkeln. "Wir schließen unsere ausgeschriebene Müllsammelwanderung dann immer mit einem großen, gemeinsamen Picknick ab", sagt Vereinsvorsitzender Johannes Kück, "Dieses Jahr treffen wir uns mit den 50 Helfern zum geselligen Suppen-Löffeln, um uns nach der frostigen Sammelaktion aufzuwärmen."

Auch die katholische Grundschule Ohler hat mit rund 80 Kindern, Eltern und Lehrern kräftig angepackt und die Spiel- und Bolzplätze rund um die Grundschule herum vom Müll befreit. "Bei der Frühjahrsputzaktion machen wir schon seit Jahren mit, sozusagen als gelebte Tradition", berichtet die Konrektorin der KGS Ohler und Müllsammel-Koordinatorin Nina Lingen, "Natürlich möchten wir damit erreichen, dass die Kinder schon von Anfang an lernen, umweltbewusst zu denken." Mit guter Laune und lachenden Gesichtern strömten Jung und Alt gruppenweise aus und kamen später zum Ausruhen bei Kaffee, Kakao und Plätzchen zum Schulgebäude zurück. Dort wurden die Müllsäcke auch deponiert, um vom Team der GEM später abgeholt zu werden. Neben Matratzen und kiloweise alten Nägel gehörte vor allem eine Satellitenschüssel zu den bisher ausgefallensten Fundstücken, so Nina Lingen.

Das Helferteam um Holger Hösel hat dagegen in der Wohnsiedlung an der Ignaz-Hüpgen-Straße ordentlich aufgeräumt. Und mit 15 Erwachsenen - und noch mehr Kindern - kommt da natürlich einiges an Müll zusammen: Glasflaschen, Radkappen, Unmengen an Plastik, Zigarettenpackungen, Pizzakartons, Überreste von Karneval und Silvesterknallern, altes Hello-Kitty-Spielzeug und sogar Weihnachtsbäume sind nur ein Teil der Funde. "Das Neubaugebiet gibt es seit 2004, und seit 2006 sind wir Teil der Frühjahrsputzaktion", sagt Hösel, "Als Durchgangsgebiet zu Bäckern, Bushaltestellen, der Walddorfschule und dem Sportplatz, landet hier gern einmal die ein oder andere lästige Verpackung neben der Straße oder im Graben." Auch der Nachwuchs helfe aktiv mit, zeige Umweltbewusstsein und hält die Müllsammelaktion für eine gute Sache. "Gemeinsam räumen wir so nicht nur die Spielplätze auf, wo unsere Kinder toben, und zeigen Verantwortung für die Wohnsiedlung, sondern tun dazu auch noch etwas für die Nachbarschaft", erzählt Hösel stolz.

Die Bürgerinitiative Geneicken, kurz B.I.G., hat sich für ein sauberes Rheydt ins Zeug gelegt und die Grünflächen, Spazierwege und Straßen vom Sportplatz Rheydt 08 bis zum Schloss von jeglichem Schrott und Verpackungsmüll befreit. "Dass wir hier Dinge wie kaputte Kamine, Einkaufskörbe, alte Computer, Fahrradreifen und eine Unsumme an Haushaltsmüll aufgegabelt haben, zeigt, wie sinnvoll die Frühjahrsputzaktion der Stadt eigentlich ist", meint auch der Sprecher der B.I.G. Wolfgang Dammers, "Nur Hundebesitzer, die den Kot in Plastiktüten verfrachten und dann achtlos ins Gebüsch schmeißen, finde ich ziemlich unverschämt." Gelohnt hat sich die Aktion der GEM, der Stadtsparkasse und der Rheinischen Post wohl für alle Mönchengladbacher: Diese dürfen jetzt dank des Engagements der Müllsammler und mit einer etwas saubereren Stadt in den Frühling starten. "Nur das Portemonnaie mit den 200 Euro, das suchen wir noch", scherzt Wolfgang Dammers von der Bürgerinitiative.

Quelle: RP
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