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Mönchengladbach
Mehr Bürger fordern Anwohnerparken

Mönchengladbach: Mehr Bürger fordern Anwohnerparken
So wird derzeit an der Lüpertzender Straße geparkt. Die Anwohner fordern seit langem ein Bewohnerparkgebiet. Derzeit prüft die Stadt, ob die Anforderungen dafür erfüllt sind. Das ist ein kompliziertes Verfahren. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Sechs Gebiete gibt es in der Stadt, in denen Anwohner besondere Parkrechte haben - wenn sie einen Parkausweis für Anwohner kaufen. 2317 Gladbacher haben das gemacht. Weitere vier Gebiete werden überprüft - mit großem Aufwand. Von Dieter Weber

Im Umfeld des Rheydter Rings existieren mehrere große Parkhäuser. Das Rheydter Citymanagement hat in einem Faltblatt sogar von mehr als 5000 Stellplätzen berichtet. Autofahrer, die einen Parkplatz in Citynähe suchen, sollten in Rheydt also bestens aufgehoben sein. Trotzdem gibt es Ärger - weil viele motorisierte Rheydt-Besucher Parkhäuser, öffentliche Parkplätze und die Tiefgarage nicht ansteuern, sondern sich einen Stellplatz irgendwo an einer Wohnstraße suchen. Und so für zusätzlichen Parkdruck sorgen.

Die Leidtragenden sind die Anwohner. "Wir finden in zumutbarer fußläufigen Entfernung von der Wohnung keine Stellplätze für unsere Autos", schrieb ein Anwohner der Vierhausstraße der Bezirksvertretung Süd. Die Situation verschärfe sich, wenn es Veranstaltungen im Theater und in der City gebe und wenn ab Rheydter Bahnhof ein Shuttledienst angeboten werde, der Fußballfans zum Borussia-Park fährt. Die Anwohner der Vierhausstraße fordern deshalb, ihre Straße zwischen Wickrather Straße und Odenkirchener Straße als Bewohnerparkgebiet auszuweisen.

Das ist die Situation an der Vierhausstraße in Rheydt. Anwohner klagen, dass sie keine Parkplätze finden, obwohl es genügend Parkhäuser und Parkplätze für Auswärtige gibt. Dieses Gebiet wird jetzt auch auf Anwohnerparken untersucht. FOTO: Raupold, Isabella (ikr)

Was aus ihrer Sicht einfach klingt, ist aber wesentlich komplizierter. Denn die Verwaltung muss ein ganzes Regelwerk beachten: So hat zum Beispiel das Oberverwaltungsgericht Münster festgelegt, dass mit "fußläufig zumutbarer Entfernung von der Wohnung'" ein Radius von 400 Metern zugrunde gelegt werden muss. Es gibt auch kein Anwohnerparken für eine Straße, sondern nur für ein ganzes Gebiet. Und für dieses ist dann der zur Verfügung stehende öffentliche und private Parkraum genau zu ermitteln - das schließt unter anderem ein, dass das Parkverhalten mehrere Tage lang zu unterschiedlichen Zeiten beobachtet und erfasst werden muss. Mit anderen Worten: Es bedeutet nicht nur viel Aufwand und kostet Geld, sondern dauert auch lange. Die Stadtverwaltung hat bereits recherchiert und festgestellt, dass es 40 kostenfreie Parkplätze an der Vierhausstraße gibt, dazu kommen noch acht Garagen. Gemeldet sind 43 Anwohner-Autos. Und als Mitarbeiter der Stadt Anfang Januar vormittags eine Stunde lang die 320 Parkständen im öffentlichen Raum kontrollierten, entdeckten sie im Umfeld von 400 Metern von der Vierhausstraße entfernt 19 freie Parkplätze.

Aktuell gibt es in der Stadt sechs Gebiete für Anwohnerparken, vier in Alt-Gladbach (Gründerzeitviertel Ost und West sowie das Gebiet Bethesda, Ludwig-Weber-Straße Am Steinberg) und zwei in Rheydt (Brucknerallee und Hugo-Preuß-Straße/Waisenhausstraße). 2371 Anwohner-Parkausweise hat die Stadt bislang ausgegeben: Die Mindestdauer geht über sechs Monate (15 Euro), dann ein Jahr (30), zwei Jahre (60) bis zu drei Jahren (90). In den ausschließlich für Anwohnerparken ausgewiesenen Bereichen gilt die Regelung für 24 Stunden. In den Bereichen, in denen auch Parkscheinautomaten stehen, für die am Automaten angegebene Zeit: Steht da zum Beispiel "9 bis 19 Uhr", dann gilt auch für diese Zeit das Anwohnerparken. Denn dann ist der Parkdruck am größten. Geprüft wird von der Verwaltung, ob ein Bewohnerparkgebiet im Umfeld der Lüpertzender Straße (wegen Roermonder Höfe), der Altstadt (Staufenstraße, Barbarossastraße) sowie im Umfeld der Hochschule Niederrhein eingerichtet werden kann.

Auch das Umfeld der Vierhausstraße gehört seit gestern dazu: Die Mehrheit der Bezirksvertretung Süd will das Gebiet überprüft wissen.

Quelle: RP
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