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Mönchengladbach
Mehr Paare bei Schwangerschaftsberatung

Mönchengladbach. Einen Scheck über 4000 Euro bekommt man nicht alle Tage geschenkt. Umso mehr freute sich Gaby Dohmesen, Vorsitzende des Vereins donum vitae, nun über eine Spende in dieser Höhe. Aus den Erlösen der PS-Lotterie unterstützt die Stadtsparkasse die Arbeit des donum-vitae-Teams, dessen Schwerpunkt die Schwangerschaftskonfliktberatung ist. Von Garnet Manecke

Allein 2014 haben die beiden Beraterinnen 1154 Beratungsgespräche durchgeführt, davon kamen in 506 Fällen die Frauen zum ersten Mal in die Geschäftsstelle an der Waldhausener Straße. Nicht jede Frau, die eine Beratung in Anspruch nimmt, trägt sich mit dem Gedanken, die Schwangerschaft abzubrechen. Doch jede der Ratsuchenden fühlt sich mit der Situation überfordert und braucht Hilfe. So stehen den 249 Schwangerschaftskonfliktberatungen in der Statistik für das vergangene Jahr 257 Beratungen zur Unterstützung bei Fragen und Sorgen rund um die Schwangerschaft sowie zur Sexualität, Prävention und Familienplanung gegenüber.

Dabei sind die Fragen in der Beratung vielfältig: Von der Teenager-Schwangerschaft und den Folgen für Schulabschluss und Ausbildung über die Angst, wie das Leben mit einem behinderten Kind gemeistert werden kann, bis zu wirtschaftlichen Existenzängsten reicht das Spektrum. Auch werdende Väter stellen sich der Verantwortung. "Wir stellen fest, dass die Zahl der Paar-Beratungen zunimmt", sagt Beraterin Julie Kerstin Billmann.

Seine Sorgen vorurteilsfrei zum Ausdruck bringen zu können, nehme vielen schon die Last, stellt Beraterin Silke Merse fest. Sie ist eine von bundesweit elf Online-Beraterinnen. Die anonyme Anfrage über das Internet erleichtert mancher Frau den ersten Schritt. 122 Beratungen per E-Mail und in Online-Chats hat Merse 2014 durchgeführt. Auch eine Anfrage zur vertraulichen Geburt hat die Beraterin auf diesem Weg schon erreicht. Bei der vertraulichen Geburt kann die Frau ihr Kind anonym in einer Klinik zur Welt bringen und zur Adoption freigeben. Für den Fall, dass es später wissen will, wo seine Wurzeln liegen, besteht die Möglichkeit, die Daten der Mutter und sogar einen Brief an das Kind zu hinterlegen.

Für seine Arbeit, die auch sexualpädagogische Angebote in Schulen umfasst, hat der Verein donum vitae ein jährliches Budget von knapp 137 000 Euro. Davon muss das Team rund 20 000 Euro durch Spenden selbst aufbringen. Der Großteil des Haushalts wird mit fast 106 000 Euro vom Landschaftsverband getragen. Gut 9700 Euro gibt die Stadt Mönchengladbach dazu.

Auf der Ausgabenseite schlagen vor allem Löhne und Gehälter für die Beraterinnen und eine Verwaltungskraft mit 113 049 Euro zu Buche. 1631 Euro konnten 2014 in die Rücklagen eingestellt werden. Der vollständige Jahresbericht kann online unter www.donumvitae-mg.de abgerufen werden.

Quelle: RP
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