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Mönchengladbach
"Meine Hobbys? Jura, Jura, Jura!"

Mönchengladbach: "Meine Hobbys? Jura, Jura, Jura!"
Das Schicksal von Stefan Weufen wird gerade von einer schweren Erkrankung bestimmt - aber sein Leben verändern möchte er deshalb nicht. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Zum dritten Mal in Folge benannte das Focus-Magazin den Mönchengladbacher Anwalt Stefan Weufen als einen von Deutschlands Top-Privatanwälten im Arbeitsrecht. Den Rechtswissenschaften gilt seine große Leidenschaft. Von Marion Lisken-Pruss

Ist es angeborenes Talent, kindliche Prägung oder jahrelange Übung? Oder ist es die Begeisterung, die als Ursache für ein außergewöhnliches Können in Frage kommt? Oder auch Humor? Wahrscheinlich müssen alle Aspekte zusammenwirken, so wie bei Rechtsanwalt Stefan Weufen (50) aus Mönchengladbach. Es fing damit an, dass er in der Anwaltskanzlei seines Vaters groß geworden ist. "Die Kanzlei lag im Wohnhaus der Familie und diente als Büro und Wohnraum zugleich", sagt Weufen.

Mit fünf Jahren bekam er seine erste Schreibmaschine und durfte Briefumschläge beschriften. Später als Schüler arbeitete er für 60 Pfennig Stundenlohn in der väterlichen Kanzlei. Während seine Geschwister sich beruflich anders orientierten, studierte Stefan Weufen Jura. "Das ist mein Traumberuf", sagt er - und überlegt nur kurz, bevor er auf die Frage nach seinem Hobby antwortet: "Jura, Jura, Jura". Und: "Ich würde den Job wieder machen".

Das sei ihm kürzlich noch einmal bewusstgeworden, als er in Trier bei einer Ausgrabung zugeschaut habe: "Immer nur im Sand schaufeln ist nichts für mich." Zum dritten Mal in Folge benannte ihn jetzt das Focus-Magazin als einen von Deutschlands Top-Privatanwälten im Arbeitsrecht. "Dreimal in Folge werden meistens Anwälte großer Wirtschaftskanzleien ausgezeichnet", sagt er. Dass er als Anwalt einer kleinen Sozietät in der Focus-Liste geführt wird, macht ihn besonders stolz. In Mönchengladbach hat das bislang nur ein weiterer Kollege erreicht: sein Schulfreund Peter-Josef Krall als Fachanwalt für Verkehrsrecht. Beide haben sie zusammen das Stiftische Humanistische Gymnasium besucht. "Die Schule kann stolz auf uns sein", befindet Weufen augenzwinkernd.

Seinen Mitarbeitern bringt er größte Wertschätzung entgegen. Denn: "Erfolg erzielt man nur im Team", sagt er. Wie wichtig das Team ist, weiß er auch als Handballspieler. Handball und Reisen benennt er neben den Rechtswissenschaften dann doch noch als weitere Hobbys. Als Schüler spielte er beim VfL Welfia Mönchengladbach, trainierte zwischenzeitlich den Nachwuchs und ist jetzt Ehrenvorsitzender des Vereins. Regelmäßig besucht er die Spiele der Altherrenmannschaft: "Das sind meine Freunde, die mich seit 40 Jahren durchs Leben begleiten", sagt er.

Als sie früher immer wieder an seinem Studienort Trier vorbeischauten, erhöhte der Vermieter kurzerhand die Miete: "Der Wasserverbrauch war durch den vielen Besuch zu hoch", erzählt er lachend. Nach dem Studium hat sich Stefan Weufen auf Sozial-, Arbeits- und Familienrecht spezialisiert, wobei sein Schwerpunkt auf dem Arbeitsrecht liegt. "Familienrecht macht traurig, weil es stets um Auseinandersetzungen geht", sagt der Vater von zwei erwachsenen Kindern. Beim Arbeitsrecht hingegen schätzt er den großen Gestaltungsspielraum. "Wir können darauf hinwirken, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben oder zumindest sozialverträglich abgebaut werden, und unseren Mandanten Perspektiven eröffnen."

Zu seinen Mandanten zählen überwiegend Arbeitnehmer und Betriebsräte. "Wir halten ihr Schicksal in der Hand. Wir nehmen deshalb auch schwierige Aufgaben in Angriff", fügt er hinzu. Sein eigenes Schicksal wird gerade von einer schweren Erkrankung bestimmt. Aber sein Leben verändern möchte er deshalb nicht. Nur eines nimmt er sich heraus: "Ich mache abends eine Stunde früher Schluss und die Wochenenden frei." Denn sein Job mache ihm Spaß, und das sei die beste Medizin. Die Focus-Liste ist ihm ein Ansporn: Dort möchte er auch zum vierten Mal geführt werden. "Und vielleicht", so hofft er, "steigt eines Tages auch mein Sohn Peter in die Kanzlei mit ein. Das fände ich toll". Aber er weiß nur zu gut, dass man die Wege seiner Kinder und das Schicksal nicht vorzeichnen kann. www.ra-weufen.de

Quelle: RP
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