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Kalle Kalima
"Meine Kunst ist halt Improvisation"

Mönchengladbach. Morgen tritt der finnische Musiker im Theater im Gründungshaus auf.

Der finnische Jazz-Gitarrist Kalle Kalima ist morgen um 20 Uhr in der Reihe "Fine-Art-Jazz" im TIG zu erleben. Der Wahlberliner stellt mit seiner Trio-Formation "Long Winding Road" zusammen mit Greg Cohen (Bass) und Max Andrzejewski (Drums) sein Album "High Noon" vor. Wir hatten die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.

Wie würden sie jemandem, der ihre Musik noch nicht kennt, diese beschreiben. Was ist ihnen bei ihrer Kunst besonders wichtig?

Kalima Ich glaube, das ist etwas, was man am besten im Konzert erlebt. Meine Kunst ist halt Improvisation im Bereich Jazz, Rock und Country. Und da ist vielleicht auch in der Konzertsituation am besten zu merken, wie die Musiker interagieren und in diesem Fall auch mit ganz bekannten Klassikern umgehen.

Was ist ihr Klangideal beim Gitarrenspiel, worauf legen sie dabei am meisten Wert?

Kalima Ich denke, beim Gitarre spielen ist es das Wichtigste, dass es eine innere Kraft und Dynamik hat. Ich würde vielleicht da B.B. King als Beispiel nennen - jemand, der die Gitarre zum Sprechen bringt. Aber ich spiele nicht nur Blues-Musik, sondern bringe auch Farben von Jazz und Rock zusammen. Also eine gewisse Art von "Sprachartigkeit" oder Dialog ist das, was ich suche.

Auf dem aktuellen Album "High Noon" bewegen sie sich auch auf den Spuren des Westerns. Was hat Sie an den Filmhits aus der Feder des großen Hollywood-Komponisten Dimitri Tiomkin - die auf dem Album sehr präsent sind - so gereizt?

Kalima Unser Bassist Greg Cohen hatte eine Anfrage von einem französischen Filmteam, das über ihn einen Film machen wollten. Greg hat mich und Max gefragt - und wir spielten einfach Country-Stücke, alte Klassiker. Da war zum Beispiel "Ballad Of The Alamo" dabei - da geht es um einen epischen Kampf. Ich fand auch spannend, dass ein Einwanderer das Stück geschrieben hat. Tiomkin kommt ja ursprünglich aus Russland. Er hat große amerikanische Filmmusikklasiker geschrieben. Das fand ich alles spannend und irgendwie passend. Auch insofern, als wir alle nicht in Berlin geboren sind. Wir haben uns aber da kennen gelernt. Somit war auch dieses Einwanderer-Thema ein bisschen bei uns.

Wie kam es zu dem Namen "Long Winding Road"?

Kalima Wir haben viele Stücke aus der amerikanischen Tradition, aber auch ein finnisches Lied, komponiert von jemanden der in den 30er Jahren in die USA gegangen ist. Da geht es darum, wie jemand von Stadt zu Stadt zieht und Holzarbeiten macht, aber immer weiterziehen muss. So ist es auch ein bisschen im Musikerleben. Immer auf Tour sein, weiterziehen müssen. Es geht um das Reisen. Wie ein Roadmovie.

Waren sie schon mal in Mönchengladbach, oder wird das Konzert morgen Abend eine Premiere?

Kalima Es wird mein erstes Konzert im TIG-Theater sein. Wir sind sehr gespannt.

DAS INTERVIEW MIT KALLE KALIMAFÜHRTE CHRISTIAN OSCAR GAZSI LAKI.

Quelle: RP
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