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Mönchengladbach
Minto verändert die Hindenburgstraße

Mönchengladbach: Diese Shops ziehen von der Hindenburgstraße ins Minto
Mönchengladbach: Diese Shops ziehen von der Hindenburgstraße ins Minto FOTO: Raupold, Isabella (ikr)
Mönchengladbach. Wird das Center zum Staubsauger, der die Einkaufsstraße leert, oder zum Magneten, um den sich andere hochwertige Geschäfte ansiedeln? Fakt ist: Knapp 30 Mieterwechsel stehen an. Speziell am oberen Teilstück droht massiver Leerstand. Von Jan Schnettler

Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern: Die Mayersche zieht - entgegen ursprünglicher Planungen - nicht ins Minto, sondern ins Ladenlokal Hindenburgstraße 115-119, in dem bislang Deichmann sitzt. Näher kommentieren will die Buchhandlung dies nicht, aber eben auch "nicht dementieren". Die Nicht-Einigung mit der Mayerschen ist schlecht für Minto-Investor Mfi - denn sie wird der Grund dafür sein, dass eine große Fläche im Einkaufszentrum bei der Eröffnung am 26. März frei bleibt. Aber sie ist gut für die Hindenburgstraße - denn dort, wo sonst möglicherweise hässlicher Leerstand entstanden wäre, zieht nun ein echter Frequenzbringer ein.

FOTO: S&Q

Der Vorgang zeigt exemplarisch: Das Minto birgt große Chancen für die Einkaufsstraße, aber auch Risiken. Wie die oben stehende Grafik (Erläuterung: Bei Firmen mit mehreren Filialen an der Straße, wie McPaper, Gamestop und Mobilfunkanbietern, wurde der näher am Minto liegende gewählt) zeigt, werden knapp 30 Unternehmen, die bisher an der Hindenburgstraße sitzen, ins Center ziehen. Darunter auch H&M, bei dem theoretisch eine Zwei-Filialen-Lösung denkbar gewesen wäre. Rechnet man die wechselnden Mieter aus dem Vis-à-Vis mit ein, sind es sogar über 30.

Zumindest vorübergehend drohen also Leerstände. Vor diesem Hintergrund mutet es sträflich gedankenlos an, dass keiner - ob bei Citymanagement oder Wirtschaftsförderung - im Vorfeld daran gedacht hat, Interessenten, die am Ende doch nicht ins Minto gehen, andere Standorte in der City anzubieten. Dramatisch kann die Situation an der oberen Hindenburgstraße werden: Mit Saturn, Idee Creativmarkt, Ulla Popken, McPaper und New Yorker ziehen zwischen ohnehin schon verwaisten Ladenlokalen mehrere der letzten Frequenzbringer weg. Selbst wenn New Yorker derzeit noch mit dem Schild "Demnächst auch im Minto" um Personal wirbt - allzu lange wird es zwei Filialen auf engstem Raum kaum geben.

Das alles beschreibt die Risiken - aber es gibt eben auch das Szenario "Chancen". Spätestens mit der Gestaltung des City-Platzes vor dem Minto steigt die Aufenthaltsqualität, das Center wird aber auch schon in den ersten Monaten Zehntausende Shopping-Touristen aus dem Umland anziehen - da wird es kaum anhaltende Leerstände in bester Lage geben. Neben der Mayerschen zieht etwa auch Heinemann mit einem Café zurück an die Einkaufsmeile, wohin, ist noch unklar. Auch andere hochwertige Gastronomie im Minto-Umfeld ist denkbar, denn außer Vapiano wird es im Center selbst in erster Linie Fastfood geben. Albert Heijn to go kommt an die Hindenburgstraße, ob nun ins Minto oder ins Umfeld. Und immerhin: Es wird derzeit schon renoviert und aufgehübscht entlang der Straße - wenn auch vorerst nur bei Foot Locker.

Quelle: RP
 
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