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Mönchengladbach
Mit dem Rad durch Europa

Mönchengladbach: Mit dem Rad durch Europa
Seine Kamera hat Udo Henn immer dabei, wenn er eine Radtour unternimmt. Ab Januar 2016 will er seine Bilder in der Eifel ausstellen. FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Udo Henn (72) reiste von Wickrath aus nach Kroatien, Schottland, Spanien, Norwegen und Ungarn - alles mit dem Fahrrad. Er gibt Tipps, was bei einer langen Radtour im Gepäck nicht fehlen darf. Von Laura Schameitat

Das erste Fahrrad bekam Udo Henn als Kind von seinem Cousin geschenkt. "Der ging nach Kanada und konnte sein Rad nicht mitnehmen. Ein Glücksfall für mich", sagt der 72-Jährige heute. Obwohl er damals zu klein war, um auf dem Rad richtig sitzen zu können, fand er doch Spaß am Radfahren. Fortan fuhr Udo Henn leidenschaftlich gerne Rad. Während seines Berufslebens unternahm er jedoch nur kleine Touren am Wochenende. Doch mit dem Eintritt in die Rente kam die Neugier.

2001 wagte Henn seine erste längere Tour zu Freunden nach Bayern. "Ich war ganz schön skeptisch, ob alles klappen würde. Vor allem, was die Unterkünfte anging", gibt Henn heute zu. Also nahm er einen Schlafsack mit, um im Notfall auch im Freien übernachten zu können. "Das war aber gar nicht nötig", sagt er lachend.

Die Tour zeigte ihre Wirkung. Henn hatte das Reisefieber gepackt. Nach einigen Touren in Deutschland, besuchte er 2005 einen Freund in Kroatien, im Jahr darauf fuhr er auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. "Das war mir aber viel zu voll", sagt er rückblickend. Also suchte er sich in den nächsten Jahren dünner besiedelte Gebiete aus: 2007 ging es nach England und Schottland, 2011 nach Norwegen.

Henn fuhr immer allein, sein treuer Begleiter war stets die Kamera. "Ich halte dauernd an, um zu fotografieren. Dafür hat nicht jeder Verständnis", begründet er seine Entscheidung für die Einsamkeit. Seine Fotos stellte Henn schon häufiger in Gladbach aus, ab Januar 2016 soll eine Wanderausstellung mit Bildern aus der Eifel in verschiedenen Eifelstädten zu sehen sein. Deshalb ist Henn in letzter Zeit vor allem in der Eifel unterwegs, auch dort natürlich mit dem Rad. Seine letzte große Tour ging 2013 nach Budapest. Doch der Rentner hat weitere Pläne. "Ich möchte unbedingt nach Polen fahren. Meine Schwiegertochter ist nämlich Polin", sagt er. Auch Kanada und die USA würde er gerne noch mit dem Fahrrad bereisen.

Auf all seinen Touren hat Henn vor allem positive Erfahrungen gemacht, tolle Menschen getroffen und Unvergessliches erlebt. Doch er verhehlt nicht, dass es auch brenzlige Situationen gab. In Italien wurde er vom Auto angefahren und verletzte sich glücklicherweise nur am Finger. Am Möhnesee fiel er wegen eines geplatzten Reifens mit dem Rücken auf einen Stein, brach sich einen Lendenwirbel und musste fortan für ein halbes Jahr ein Korsett tragen. Manchmal fand er auch nach Einbruch der Dunkelheit keine Unterkunft.

Doch es waren immer Menschen da, die ihm halfen. Auch wenn er sich nur mit Händen und Füßen verständlich machen konnte. "In England ist ein Bauer mal eine Stunde mit mir in der Gegend rumgefahren, bis ich eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hatte", erzählt er. Solange er noch fit ist, will er weiterfahren. Von E-Bikes hält er nichts. "Ich will mich schließlich sportlich betätigen", sagt er.

Quelle: RP
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