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Mönchengladbach
Mit Leidenschaft für lyrische Töne

Mönchengladbach: Mit Leidenschaft für lyrische Töne
Im Maskenball stehen Izabela Matula und Satik Tumyan in dieser Spielzeit gemeinsam auf der Bühne. Bei ihrem Liederabend im Studio fehlte zwar Verdi - leidenschaftlich ging es trotzdem zu. FOTO: Matthias Stutte
Mönchengladbach. Die beiden Sängerinnen Izabela Matula und Satik Tumyan überzeugten, begleitet von Pianist Michael Preiser, bei einem Liederabend im Studio. Zu hören gab es Unbekanntes, Intimes, Melancholisches und Witziges. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Das Studio des Theaters Mönchengladbach hat einen eigenwilligen Charme. Im positiven Sinne. Denn wenn es nicht dekoriert ist, evoziert es Assoziationen zu minimalistischem Theater, gar zu einem Probenraum. Etwas abgenutzt stehen da ein Flügel und die beiden Notenständer zwischen den schwarzen Wänden auf dem gleichfalls von Arbeit gezeichneten, schwarz getünchten Boden. Alles andere als ein Bild, das man mit der Stimmung eines Liederabends verbinden würde. Warmes Holz, ein Blumenbouquet, der Steinway auf Hochglanz poliert - all das gibt es nicht.

Aber ist es nicht auch mal ausgesprochen erfrischend, wenn man sich ganz und gar auf Musik konzentrieren darf? Auf die Leidenschaft dreier Musiker, ohne das ganze Drumherum? Unter dem Motto Con passione - eben "mit Leidenschaft" - präsentierten sich Izabela Matula und Satik Tumyan bei ihrem Liederabend, pianistisch begleitet durch Michael Preiser.

Alle drei sind dem hiesigen Publikum bestens bekannt. Schon beim ersten Blick auf das Programm mit Opern- und Liedduetten war erkennbar, dass sich die Leidenschaft hier in mehrerlei Hinsicht verstehen lässt.

Ganz explizit als Kennzeichen emotional geladenen Gesangs, aber auch als Leidenschaft für die ausgewählten Werke: auch mal kleine Leckerbissen, Unbekanntes und Intimes. Matula mit ihrem vielfarbig timbrierten, von Natur aus schon leidenschaftlich klingenden dramatischen Sopran und ihr Mezzo-Gegenpart Tumyan zeigten sich diesmal von ihrer lyrischeren Seite. Bereits zu Anfang mit drei Duetten Mendelssohn Bartholdys, die aus ähnlich folkloristischem Geiste schöpften wie Alexander Gurilevs "Zwei Duette". Deren Ton trafen Matula und Tumyan schön.

Russisch wurde es mit Duetten aus Tschaikowskys "Pique Dame" oder seinem "Eugen Onegin". Dessen Hang zur pathetischen Melancholie kosteten die beiden gut aufeinander eingespielten Soprane gänzlich mit "Tränen" op. 46 Nr.3 aus. Aufgelockert mit zwei Klavierzwischenspielen und ausführlichen Erläuterungen Preisers, der ansonsten die Sängerinnen pianistisch mit zupackenden Impetus begleitete. So zupackend, mit definiertem und griffigem Anschlag, dass man fast Sorge hatte, dass er des weichen Singens an seinem Instrument nicht wirklich mächtig sei. Qualitäten eines einfühlsamen Begleiters bewies er indes beispielsweise in Offenbachs "Barcarole".

Ausgesprochen witzig präsentierten die drei sich dann mit "La regata veneziana" aus Rossinis Les Soirées musicales, bevor es schließlich musikalisch und stimmlich ins dramatische ging: Madame Butterfly. Man schloss wahrlich emotionsgeladen, mit größtem Einsatz, jedoch manchmal auf Kosten der Stimmqualität, mit einem Duett aus Ponchiellis "La Gioconda".

Wo der auf der Vorderseite des Programmheftes angekündigte Verdi und Schumann waren, blieb hingegen unaufgeklärt. Das etwas spärliche Publikum ließ sich davon nicht stören und applaudierte den sympathischen Musikern gerne.

Quelle: RP
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