| 16.36 Uhr

Räuber stellten vorher den Strom ab
89-jähriger Gladbacher in seiner Wohnung ausgeraubt

Mönchengladbach. Unbekannte haben in der Nacht zu Montag in der Wohnung eines 89-jährigen Seniors die Sicherungen herausgedreht und den Rentner anschließend ausgeraubt. Bei den sechs mutmaßlichen Tätern handelt es sich teilweise um Jugendliche. 

Wie die Polizei mitteilte, geschah der Raub in einer Wohnung an der Brunnenstraße gegen 2 Uhr Nachts. Der 89-Jährige hatte lange ferngesehen, als plötzlich das Licht erlosch und der Fernseher ausging. Der alleinstehende und schwerhörige Mann ging daraufhin zum Sicherungskasten im Keller und stellte dort fest, dass seine Sicherungen herausgedreht worden waren.

Danach ging er wieder in seine Wohnung, als ihm plötzlich im Dunkeln vier männliche Personen gegenüber standen. Woher die Personen kamen, konnte er nicht sagen. Von den Personen wurde ihm der Mund zugehalten. Außerdem wurde er bedroht, falls er um Hilfe rufen würde und wurde zudem aufgefordert, sein Bargeld herauszugeben.

Wegen der Dunkelheit konnte der Überfallene die Räuber nicht erkennen. Er nahm lediglich wahr, dass es offensichtlich junge Männer in Turnschuhen waren, die Hochdeutsch sprachen. Während dem Senior der Mund zugehalten wurde, durchsuchten die anderen Personen seine Wohnung, sämtliches Mobiliar und verschoben sogar einen Schrank. Als er um Hilfe rufen wollte, wurde sein Mund noch fester zugehalten.

Schließlich wurde der Senior von den Räubern, nachdem sie seine Wohnung gründlich durchsucht hatten, auf dem Boden liegend zurückgelassen. Bei einem Nachbarn konnte der Überfallene anschließend, da er sein Telefon nicht fand, die Polizei alarmieren, die eine Fahndung nach den Räubern einleitete.

Vor Ort wurde festgestellt, dass die Räuber offensichtlich Ortskenntnisse hatten, da im Keller die Hauptsicherung zur Wohnung des Opfers herausgedreht worden war. Bei der Fahndung nach den Räubern wurde das Auto des Opfers, mit dem die Täter geflohen waren, auf der Kamillianer Straße entdeckt. An dem Wagen standen fünf Personen, die beim Anblick der Polizei sofort flüchteten.

Drei der flüchtigen Tatverdächtigen konnten gestellt und festgenommen werden. Ein weiterer flüchtiger Tatverdächtiger stellte sich im Laufe des gestrigen Tages im Polizeipräsidium. Die weiteren Tatverdächtigen sind bekannt.

Es stellt sich im Laufe der Ermittlungen so dar, dass eine sechsköpfige Gruppe junger Leute, bestehend aus zwei heranwachsenden Frauen und vier jungen Männern, alle im Alter von 16 bis 26 Jahren und in Mönchengladbach wohnhaft, den Entschluss gefasst hatten, den Senior, von dem sie annahmen, dass er vermögend sei, zu berauben.

Wie die Polizei mitteilte, fiel die Beute, die die Räuber bei ihrer Tat machten, deutlich geringer aus, als von ihnen erhofft. Von dem Opfer, einem ehemaligen Uhrmacher, konnten sie vor Ort lediglich einen geringen Bargeldbetrag und einige Uhren, die teilweise noch repariert werden müssen, erbeuten.

Die festgenommenen Tatverdächtigen, die bisher nur geringfügig polizeilich in Erscheinung getreten sind, wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nach ihren Vernehmungen wieder entlassen.

Gegen alle sechs Tatverdächtigen wurde ein Strafverfahren wegen Raubes eingeleitet.

(skr)