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90 Jahre Volksbad Mönchengladbach
Ein Badegast der ersten Stunde beim Jubiläum

Das Volksbad in Mönchengladbach feiert 90. Geburtstag
Das Volksbad in Mönchengladbach feiert 90. Geburtstag FOTO: Knappe,Joerg
Mönchengladbach. Franz Köster war einer der ersten Badegäste im Volksbad. Am Sonntag feierte das Freibad sein 90-jähriges Bestehen und Franz Köster war der Ehrengast. 1600 Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Tag. Von Christian Lingen

Franz Köster sitzt auf einer Bank und schaut auf das Sportbecken. Kinder und Erwachsene ziehen ihre Bahnen, planschen und haben nach den kühlen Regentagen endlich wieder Spaß. Der 93-Jährige muss lachen. Streng genommen sitzt er nämlich nicht am heutigen Becken, sondern im ehemaligen Becken. "Das Becken ist heute 50 Meter lang. Früher hatte es die doppelte Länge. Die roten Steine im Boden zeichnen die alten Maße nach", erklärt er. Dort, wo Köster am Sonntag auf der Bank saß, konnte man vor dem Umbau noch schwimmen. Dass er sich im Volksbad so gut auskennt, ist kein Zufall. Franz Köster war vor 90 Jahren einer der ersten Gladbacher, die am Eröffnungstag im neuen Volksbad schwammen. Am Sonntag begrüßte ihn die NEW als Ehrengast.

"Wo heute die große Wiese ist, war früher ein Sandplatz", erzählt Franz Köster. Er hat ein Foto mitgebracht, das ihn und seine Mutter am Eröffnungstag genau dort zeigt. Damen und Herren mussten damals in getrennten Bereichen schwimmen. Der Herrenbereich war dort, wo heute das Sportbecken ist. "Hier gab es einen sieben Meter hohen Sprungturm. Nur in der Beller Mühle gab es einen höheren", erinnert sich Köster. So schön sauber wie heute waren die Becken damals nicht. Das Wasser kam aus dem Bungtbach. "Im Sommer schwammen hier Algen. Wenn es zu viele wurden, haben wir sie rausgefischt", erzählt Franz Köster. Seine 93 Jahre sieht man ihm nicht an. "Ich gehe noch heute regelmäßig schwimmen", sagt er. Im Mönchengladbacher Schwimmverein engagiert er sich als Archivar.

Franz Köster vor dem Sportbecken. Als er am Eröffnungstag ins Volksbad kam, war dort der Herrenbereich. Das Becken war doppelt so lang wie heute. FOTO: Knappe Joerg

Wie die Bademode vor 90 Jahren aussah, zeigte Silke Haupts. Sie war die einzige, die am Sonntag im historischen Gewand erschien. "Alt ist es nicht. Eher improvisiert", beschrieb sie ihre Kleidung, die aus einer weißen knielangen Hose und einem blau-weiß getupften Kleid bestand. Dafür bekam sie von der NEW eine Freikarte für ihren nächsten Besuch im Volksbad. Für Silke Haupts genau das Richtige. "Ich gehe dreimal in der Woche hier schwimmen", erzählte sie. An manchen Tagen ist es deutlich voller als Sonntag. Da kamen rund 1600 Badegäste zum Geburtstag des Volksbades. Am vollsten war es am 19. August 2012. Damals zählte die NEW 10.850 verkaufte Eintrittskarten. Insgesamt kamen seit der Eröffnung vor 90 Jahren über neun Millionen Besucher ins Volksbad.

Wer am Sonntag kam, dem wurde in und an den Becken einiges geboten. Im Freizeitbecken schwammen mehrere aufblasbare Inseln. Im Sprungbecken trieben Bälle, in die Kinder hineinklettern konnten. Neben dem Sportbecken hatte die Feuerwehr einige Fahrzeuge ausgestellt. Auf dem Balkon des historischen Gebäudes konnten die Besucher Erste Hilfe lernen. Leicht erschrocken waren einige Badegäste, als die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz zu einer Rettungsaktion am Freizeitbecken kamen, wo eine junge Frau zu ertrinken drohte. Doch der Schock war schnell aufgelöst: Das Szenario war nur Show.

Quelle: RP
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