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Mönchengladbach

Mönchengladbach. Meryem Yaramis ist in der Türkei aufgewachsen, an der Grenze zum Irak. "Meine Eltern haben als Kind immer viel von mir verlangt", sagt sie. Deswegen musste die heute 44-Jährige neben ihrer Muttersprache Aramäisch auch noch Arabisch und Türkisch lernen. Zusätzlich spricht sie Englisch und sogar ein paar Brocken Kurdisch.

Damals hätte sie wohl nicht erwartet, dass diese Kenntnisse einmal sehr wichtig für sie werden könnten. Als Jugendliche kam Yaramis später nach Deutschland, arbeitete in vielen unterschiedlichen Jobs, vor allem in der Gastronomie. Als sie einer spanischsprachigen Freundin vor einiger Zeit einen Kontakt zum SKM in Rheydt vermittelte, wurde Migrationsberaterin Samia Sobhi auf Yaramis aufmerksam und fragte sie, ob sie sich vorstellen könne, als ehrenamtliche Integrationsbegleiterin für den SKM tätig zu werden.

Seitdem geht sie mit den Flüchtlingen zum Arzt, ins Jobcenter, zur Krankenkasse, und dolmetscht bei ihren Anliegen. Für anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthaltsgenehmigung sucht sie auch schon mal eine Wohnung. Das ist gar nicht so einfach. "Eine Wohnung für eine Einzelperson darf nur 50 Quadratmeter groß sein und nicht mehr als 255 Euro kalt kosten", erklärt Yaramis. Ihre Arbeit ist mitunter anstrengend. "Es kommt aber auch etwas zurück", sagt sie. Als sie vor einigen Monaten umzog, standen plötzlich elf Flüchtlinge vor ihrer Tür und halfen beim Schleppen. "In zweieinhalb Stunden war meine Wohnung komplett leer", erzählt Yaramis.

Freitags kommt Yaramis regelmäßig zum SKM auf die Waisenhausstraße, um beim "Café Welcome" zu helfen. Das ist eine Veranstaltung, bei der sich die Flüchtlinge, die in unterschiedlichen Unterkünften in ganz Gladbach leben, begegnen können. "Häufig wissen sie gar nichts voneinander, weil sie in unterschiedlichen Stadtteilen untergebracht sind", sagt Yaramis. Im "Café Welcome" können sie sich austauschen, einen Kaffee trinken und mit den Integrationsbegleitern ihre Probleme besprechen.

LAURA SCHAMEITAT

Quelle: RP
 
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