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Schläger via Facebook gesucht
Mönchengladbacher Busfahrer identifiziert Angreifer bei Polizei

Mönchengladbach. Ein Busfahrer aus Mönchengladbach hatte via Facebook mit Fotos nach einem Mann gesucht, der ihn bei der Arbeit angegriffen haben soll. Diese private Fahndung hatte erste und entscheidende Hinweise gebracht. Jetzt droht dem Schläger ein Verfahren wegen Körperverletzung. Von Gabi Peters

Dem Mann, der am 6. Juli am Bismarckplatz einen Busfahrer geschlagen und verletzt haben soll, droht nun ein Verfahren wegen Körperverletzung. Nach einer sogenannten Lichtbildvorlage hat der Fahrer den mutmaßlichen Schläger jetzt auch bei der Polizei identifizieren können.

Der Tatverdächtige erhält nun Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Dann geht der Fall zur Staatsanwaltschaft. Bei dem Ermittelten handelt es sich um einen 28-jährigen Mann, der polizeibekannt ist.

Auf Facebook war die Identität des Tatverdächtigen schon vor einer Woche preisgegeben worden. Denn der angegriffene Busfahrer hatte seinen Angreifer fotografiert und noch am selben Tage die Bilder des mutmaßlichen Schlägers auf seiner Facebookseite veröffentlicht. In Windeseile war der private Fahndungsaufruf 10.000-fach geteilt worden. Am Ende hatte jemand ein Profil entdeckt, das auf den Gesuchten passte und der seinerseits auf Facebook über den Busfahrer schimpfte, weil der ihn fotografiert hatte und dieser Umstand nun seine Bewährung gefährde.

Busfahrer musste ins Krankenhaus

Laut Zeugenaussagen der 28-Jährige am Bismarckplatz in einen Bus gestiegen. Weil er keinen gültigen Fahrausweis dabei hatte und auch nicht bezahlen wollte, hatte ihn der Fahrer aus dem Bus gewiesen. Daraufhin soll der Mann den Fahrer beleidigt haben. Als dieser die 110 wählte, schlug der junge Mann zweimal auf den Fahrer ein. Die Verletzungen hatten ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.

Nicht nur in diesem Fall hatte die schnelle Veröffentlichung von Fotos ohne richterlichen Beschluss zu einem raschen Erfolg geführt. Am 13. Mai vergangenen Jahres hatte die Überwachungskamera eines Geschäftes in Rheydt Bilder von einem jungen Mann in einem blutbefleckten T-Shirt aufgenommen. Das Aussehen des Mannes deckte sich mit der Beschreibung eines Mannes, der kurz zuvor einen 57-Jährigen in einem Mehrfamilienhaus niedergestochen hatte. Auch hier hatte es einen schnellen Fahndungserfolg gegeben.

Quelle: RP
 
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