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Mönchengladbach
Doppelt so viel Polizei an Karneval

Mönchengladbach: Doppelt so viel Polizei an Karneval
FOTO: Martin Gerten
Mönchengladbach. An den "tollen Tagen" wird es in Mönchengladbach so viel Polizeipräsenz wie noch nie geben. In zahlreichen Schichten sind ab Altweiberdonnerstag bis zum Ende des Veilchendienstagszugs doppelt so viele Beamte im Einsatz wie im vergangenen Jahr. Von Gabi Peters

Dazu zählen Beamte in Uniform, ebenso wie verdeckte Ermittler. Falls erforderlich, kann außerdem Bereitschaftspolizei aus anderen Behörden angefordert werden.

Auch auf mehrere Festnahmen ist die Gladbacher Polizei eingerichtet, wie Polizeipräsident Mathis Wiesselmann gestern berichtete. Wenn die eigenen Zellen im Polizeipräsidium nicht ausreichen, kann die Mönchengladbacher Polizei auf die in der Justizvollzugsanstalt Willich und auf die anderer Polizeibehörden zurückgreifen. Staatsanwaltschaft und Gerichte sind ebenfalls an den Tagen im Einsatz, um wenn nötig, Straftäter direkt ins Gefängnis zu schicken, wie Oberstaatsanwalt Norbert Jansen versicherte.

Die Anschlagsgefahr durch islamistische Terroristen, Taschendiebstähle und sexuelle Übergriffe durch so genannte Antänzer sowie selbst ernannte Bürgerwehren – das sind auch bei der Gladbacher Polizei die Schwerpunkte bei der Einsatzvorbereitung für die Karnevalstage. Einen terroristischen Anschlag in Mönchengladbach hält Mathis Wiesselmann für wenig wahrscheinlich: "So etwas ist als weltweites Fanal geplant. Da bieten sich andere Metropolen an als Mönchengladbach." Auch sexuelle Annäherungen durch Antänzer seien in der Stadt bislang definitiv kein Problem gewesen.

Der Polizeipräsident warnte vor Bürgerwehren. Eine patrouillierende Gruppe von Laien führe eher zu Gewalteskalationen. "Bürger sollen aufmerksam sein und im Notfall die 110 wählen." Auch der Kommunale Ordnungsdienst wird an allen Karnevalstagen im Einsatz sein, allerdings nicht rund um die Uhr, sagte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Der Mönchengladbacher Karnevalsverband hat seine Sicherheitsvorkehrungen für den Veilchendienstagszug noch einmal verstärkt.

Unter anderem werden 300 bezahlte Security-Kräfte den Zug begleiten. 200 davon mussten aus anderen Städten angefordert werden, sagt MKV-Chef Bernd Gothe, weil viele örtliche Sicherheitsdienste auch an Flüchtlingsheimen eingesetzt seien. Außerdem haben alle 50 "Verkehrskadetten" an den Zufahrtsstraßen zum Zug einen direkten Draht zur Polizei und können auffällige Personen oder Gruppen sofort melden.

Dass "Trittbrettfahrer" die Gelegenheit nutzen könnten, um mit Bombenangriffen zu drohen, ist allen Beteiligten bewusst. Wiesselmann: "Als eine hochrangige Persönlichkeit der Stadt zuletzt Drohmails erhielt, saßen wir eine halbe Stunde später zu Hause bei zwei 15-Jährigen. Wir können so etwas einschätzen."

 

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