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Schwerer Unfall in Mönchengladbach
"Geisterrad" als Mahnmal für verunglückte Postbotin

Mönchengladbach: "Geisterrad" als Mahnmal für verunglückte Postbotin
Blumen, Kerzen und das weiße Fahrrad erinnern am Unfallort an die verstorbene 54-Jährige. FOTO: RP
Mönchengladbach. Ein weißes Fahrrad soll an die Frau erinnern, die am Samstag in Mönchengladbach auf ihrem Rad von einem Auto erfasst wurde und starb. Am Abend gab es einen weiteren schweren Radunfall. Von Andreas Gruhn

Die Kerzen im Gesteck in der kleinen Holzkiste brennen. Ihre Flammen flackern im Wind. Am Fuß der Preistafel an der Tankstelle Neusser Straße ist ein weiß gestrichenes Fahrrad angekettet. Nur wenige Meter daneben lag am Tag zuvor ein gelbes Fahrrad, das Dienstrad einer Postbotin. Die Spuren und Markierungen der Polizei auf dem Pflaster der Einfahrt sind schon ein wenig verwischt. Bald werden sie ganz weg sein, das weiße Fahrrad aber, ein sogenanntes Geisterrad, soll für immer ein Mahnmal dafür sein, was sich an der Stelle am Samstag zugetragen hat.

Eine 54 Jahre alte Postbotin ist gegen 12.12 Uhr am Samstag an der Neusser Straße kurz vor der Kreuzung Volksbadstraße von einem silbernen VW-Golf erfasst, überrollt und dabei tödlich verletzt worden. Die Postbotin war auf dem linken Radweg in Richtung Volksbadstraße unterwegs, der 85 Jahre alte Fahrer des Wagens fuhr zunächst neben ihr. Als er auf das Gelände der Tankstelle nach links abbiegen wollte, übersah er die Postbotin auf ihrem Dienstfahrrad - es kam zu dem Unfall, der am Wochenende viele Menschen vor allem in Neuwerk und Lürrip bewegte. Die Frau, die in Neuwerk lebte, war in ihrem Zustellbezirk sehr beliebt. Im sozialen Netzwerk Facebook drückten viele Menschen den Hinterbliebenen ihre Anteilnahme und Mitgefühl aus. Eine Nutzerin berichtete, die Postbotin habe ihr immer die Briefe und dem Hund Leckerchen mitgebracht.

23-jähriger Radfahrer schwer verletzt

Nur wenige Stunden nach dem tragischen Unfall ist am Samstagabend in Rheydt ein Radfahrer bei einem Unfall schwer verletzt worden. Laut Polizei fuhr der 23-Jährige gegen 21.28 Uhr über die Wilhelm-Schiffer-Straße in Richtung Bachstraße in hohem Tempo bei Rotlicht über die Radfahrer-/Fußgängerfurt auf die Fahrbahn. Ein 70-jähriger Gladbacher wartete in seinem Toyota bei Rot auf der linken Rechtsabbiegerspur zur Bachstraße. Als seine Ampel auf Grün wechselte fuhr ihn der 70-Jährige an und bog nach rechts ab. Parallel bog ein weiterer Wagen auf der rechten Abbiegespur zusammen mit dem Toyota ab. Der Fahrer des rechten Wagens konnte den Zusammenstoß nur durch eine Vollbremsung vermeiden, der 70-Jährige sah den Radfahrer zu spät und konnte nicht mehr reagieren.

Beim Zusammenstoß verletzte sich der 23-Jährige und musste ins Krankenhaus. In seinem Atem wurde Alkoholgeruch festgestellt. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. 

Die Polizei sucht weiterhin dringend Zeugen, die Angaben zu dem Unfall machen können. 

Quelle: RP